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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1938-01-01 · Heft 3 · p. Seite 192

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
82 (1938)
Issue
Heft 3
Article
Quellenkritische Studien zum hebräischen Josippon
Date
1938-01-01
Page
Seite 192 (sequence 3)
Language
German
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192 Luitpold Wallach Textkritisch ist jedenfalls festzustellen, daß Josippon mit Leo in zahlreichen Kapiteln offensichtlich übereiiistimmt. Die Mantuaer Ausgabe kennzeichnet zudem in beinahe durchgängigem Gleichlauf mit Leos Texteinteilung den Kapitel- Schluß durch Punkt oder Doppelpunkt. Leicht könnte man zu der Annahme geneigt sein, Josippon habe Leo tatsächlich benutzt. Infolge des Exzerptcharakters seines Romans ist die Untersuchung freilich erschwert. Textlücken, die Leo gegenüber seiner Vorlage, dem Pseudo-Kallisthenes, auf weist, sind daher für Josippons Quellenkritik nicht ohne weiteres verwendbar, da es nicht auszumachen ist, ob dieselben nicht etwa der eigenen, exzerpierenden Arbeitsweise Josippons zuzuschreiben sind. Diese Bedenken sind jedoch der endgültigen Erkenntnis der Sachlage nicht hinderlich, da aus der textvergleichenden Untersuchung eindeutig hervorgeht, daß Josippon die Alexandervita Leos nicht benutzt haben kann. Josippon ist oft über die Übereinstimmung mit Leos Text und Überlieferung hinausgehend ausführlicher als Leo und bietet so mandies im Gleichlauf mit anderen Rezensionen. Alexanders Mutter wird nicht wie bei Leo und den auf ihm beruhenden Rezensionen Olympias genannt, sondern stets נביארש• Eigene Zutaten des Bearbeiters sind kaum festzustellen. Spuren von sonstigen, außerhalb der Stoffüberlieferung des griechischen Alexanderromans stehenden rabbinischen6 oder noch späteren außer jüdischen und jüdischen7, mittelalterlichen Alexandertraditionen sind nicht festzustellen. Auch die Rezension J 1 kann von Josippon nicht benutzt worden sein. Hingegen bestätigt sich jetzt Paul R i e g e r s8 Feststellung, Josippons Vorläge sei ein Alexanderroman in einer dem Codex Seitenstettensis nahestehenden Rezension gewesen, weil dieser Cod. pap. (geschrieben 1433) der nun edierten Rezension J 2 angehört, deren älteste exzerpthandschriftliche Überlieferung der 6 VgL S. Kr au s s, Monumenta talmudica 5. Bd., I. Teil, S. 29.ff. 7 M. Gast er, Studies and Texts II 814 ff.: An old Hebrew Romance of Alexander the Great (translated from old Hebrew MSS of the 12th Cen* tury), hat mit unserer Bearbeitung nichts zu tun, und ist im übrigen einer jüngeren Rezension zuzuweisen. 8 A. a. O. S. 189.

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