Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 82 (1938)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Quellenkritische Studien zum hebräischen Josippon
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 191 (sequence 2)
- Language
- German
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Quellenkritische Studien zum hebräischen Josippon 191 dem Codex Seitenstettensis am nächsten verwandt ist. Der zweite Teil des Romans, der mit einer zweiten Schilderung der Person des Helden beginnt, schließt sich eng an das griechische Original in der Version der Leydener Handschrift an6‘. In den vier Jahrzehnten, die seit diesen Feststellungen verflossen sind, hat die Erforschung des weitschichtigen Problems des Alexanderromans durch die Edition verschiedener Rezensionen weitere Aufschlüsse gebracht. Es muß deshalb erneut gefragt werden, ob Josippon die Vita etwa in der lateinischen Uber- Setzung des Archipresbyters Leo4, die zwischen 951—969 entstanden ist, oder in einer der anderen Rezensionen von Leos Historia de preliis benutzt hat, von denen die sog. Rezension J 1 aus dem elften, J 2 aus dem zwölften und J 5 aus dem dreizehnten Jahrhundert stammt5. 2. Die textvergleichende Untersuchung zeigt nun zunächst — wie es scheint — nicht nur inhaltliche, sondern oft beinahe ganz wörtliche Übereinstimmungen zwischen Leo und Josippon. Man vergleiche z. B. Leo 111 (S. 53) und Josippon Sp. 74, 17—75, 3. Einige Mal kommt anscheinend auch doppelter Gleichlauf — sowohl wörtlicher als auch paraphrastischer Natur — mit derselben Vorlage vor; vgl. z. B. Leo I 5 mit Josippon Sp. 72, 26—73, 3 und 71, 15 ff. Ganz deutlich zeigt dieses Verhältnis die Zusammenstellung der entsprechenden Stücke Josippon Sp. 75, 24 ff., Leo I 13 u. Josippon Sp. 87, 5 ff. Um schließlich noch die Art und das Maß der augenscheinlich oft vorkommenden exzerpierenden Übereinstimmung Josippons mit Leo überschauen zu können, halte man nebeneinander Leo I 17 und Josippon 79, 17—80, 1 über die Zähmung des Bucephalus durch Alexander. 4 Fried!־. Pfister, Der Alexanderroman des Archipresbyters Leo, Heidelberg 1913 Sammlung mittellateinischer Texte, herausgegeben von A. Hilka, VI. 5 J1 O. Zingerle, Die Quellen zum Alexander des Rudolf von Ems. Im Anhang: Die Historia de preliis (Breslau 1885), J2 A. Hilka, Der altfranzösische P r osa~Al exander r Oman nach der Berliner Bilderhandschrift nebst dem Lateinischen. Original der Historia de preliis, Halle 1920, J 3 ist als Ganzes noch unediert, einiges bietet Joachim S t o r o s t, Studien zur Alexandersage in der älteren italienischen Literatur, Halle 1935 Romanistische Arbeiten, hsg. von K. Voretzsch 23.