Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1938-01-01 · Heft 3 · p. Seite 187

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
82 (1938)
Issue
Heft 3
Article
Über Siedlungstypen in Palästina in talmudischer Zeit
Date
1938-01-01
Page
Seite 187 (sequence 15)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2829132-2830031-2830035-2841203--55314-2841273
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Über Siedlungstypen in Palästina in talmudischer Zeit 187 Plan gebaut waren (the cities were not constructed according to a Standard plan, S. 11); er zitiert hiefür b. ‘Erub. 11a: עיר העשויה כקשת; j. ‘Erub. 23b ähnlich; ib. 22c עיר שהיא בנויה אוהלים. Letzteres ist wahrscheinlich auszuschalten, denn da ist nicht vom Stadtplan die Rede, sondern von dem Umstande, daß die Stadt nur aus Zelten bestand, also Straßen und Plätze nicht aufwies. Dagegen ist in j. ib. gleich dabei davon die Rede, daß die Stadt viereckig (מרבעה) war, allerdings mit dem Bemerken, רבוע עולם im Quadrat der Weltrichtung, ״daß ihre (der Stadt) Westen dem Westen der Welt, ihr Süden dem Süden der Welt [etc.] angepaßt sei‘6, was ich, so rigoros gehalten, nur für eine Theorie halte39. In der Bemessung der Städte zu Zwecken des ‘Erub wird die nicht existierende quadratische Form als Prinzip angenommen (עושה אותה כמין טבלא מרובעת) Bar. b. ‘Erub. 56b u. Parall., (s. Heatid 47, Qadm. 61), und ich sage ausdrücklich, daß es nur in der Theorie so ist. Aber schon diese Theorie setzt voraus, daß als richtige Stadtform die quadratische angesehen wurde. Einmal wird ausdrücklich gesagt (j. VI, 8, 23d, Z. 73) דרייא דארעא ישר׳ מרבען, was sich allerdings auf die einzelnen Häuser beziehen kann (also Wohnstatten oder Wohnhäuser). Ausnahmen gibt es natürlich auch in diesem Falle, und ich habe (ib.) auch die Erwähnung der runden Stadt angeführt. In diese Reihe gehört auch das von R. urgierte ״ כקשתwie der Bogen“, das heißt wohl ein Halbrund auf gleichliniger Basis. Ich habe die viereckige Anlage auch der palästinischen Städte in talmudischer, das ist in hellenistischer Zeit, immer auf griechisch-römisches Muster zurückgeführt (Heatid u. Qadm. a. a. O.). Bei den Römern selbst beruht das bekanntlieh auf der Anlage ihrer Heereslager (castra), aus denen später die Städte emporgewachsen sind, wie es denn bekannt ist, daß auch die germanischen und romanischen Städte des Mittelalters vielfach sich um das römische Kastell als Mittelpunkt gelagert hatten. Ein untrüglicher Beweis für Nachahmung griech. Musters auch in pal. Städteanlagen scheint mir zu liegen in der überaus häufigen Verwendung des Wortes 30 Vgl. auch Synag. Altert. 331 Anm. 3.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.