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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1938-01-01 · Heft 3 · p. Seite 188

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
82 (1938)
Issue
Heft 3
Article
Über Siedlungstypen in Palästina in talmudischer Zeit
Date
1938-01-01
Page
Seite 188 (sequence 16)
Language
German
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IRI
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188 Samuel Krauss פלפזיא TcXaxela seil. 080c platea in den rabbinischen Quellen. Man findet 'ß in Jerusalem, Sepphoris etc., also in rein jüd. Städten. Man ist sehr leicht geneigt in diesem 'ß den Sinn ״Platz“ zu finden, das ist aber nur wegen der späteren Sprachentwicklung so, ursprünglich aber ist platea40 nichts anderes als eine breite oder Hauptstraße im Gegensätze zu einer kleinen oder Nebenstraße. Rom selbst war eine im Geviert angelegte Stadt, wie der Ausdruck ״Roma quadrata“ beweist41. Bekannt ist auch, daß die deutschen Stadtgründungen des 13. und 14. Jahrh. im östlichen Kolonisationsgebiete (Schlesien, Polen, Böhmen, Mähren, Ungarn) nach einem Normalschema vor sich gingen. Die Weltgeschichte weist viele solche Übereinstimmungen auf; um in der biblisch-israelitischen Geschichte zu bleiben, erwähnen wir bloß, daß für die isr. Königszeit seit Salomo charakteristisch ist die einheitliche Technik der Quaderbearbeitung und des Mauerverbandes42. An einem Detail will ich darlegen, wie sich gewisse Bautypen in allen hellenistischen Städten sozusagen stereotyp wiederholen; die Metropole gab gewissermaßen die Parole dazu und die Landstädte folgten ihr hierin43. In den rabbinischen Quellen kommt mehrfach der Ausdruck 44טיטרפלין vor, ein Wort, das in diesen Quellen freilich oft verschrieben wurde, das ich aber trotzdem, wie ich glaube, endgültig mit griech. TexparcuXov identifiziert habe. Das Tetrapylon ist ein Prachttor mit vierfachen Säulenhallen, daher auch der Name. Besonders war es 40 Nach der Definition in A. Rieh, Illustr. Wb. der röm. Altertümer (übers, von Carl Mülle r), 1862, s. v. Platea. 41 Der Ausdruck bezieht sich ursprünglich viell. auf den Umstand, daß das alte Rom als Vierregionenstadt gebaut war; aber auch so kann er als Beweis dienen. 42 U. a. spricht davon A. Alt in Pal. Jahrbuch 1932, Bd. 28, 45. 43 Vgl. was C. Wessely (Die Stadt Arsinoe, Sitzungsberichte . . . Wien 1903, Bd. 145, 43) vom Verhältnis der Provinzstädte (z. B. Arsinoe, Oxyrrhynchus) zur Kapitale Alexandria sagt. 44 S. Lehnwörter II, 262. Das erste Mal habe ich die Feststellung gemacht in Magazin Bd1. 19, 239, wie in Lehnw. ib. angegeben; I. L ä w ib. verweist auf K o h u t Nachtr. 46, doch schwankt K. auch noch daselbst. Auch spricht er sich für ־טרפליות שבכרמים^^ (i׳n JQR Bd. 14, 745 bin ich ihm zu meinem Bedauern gefolgt), statt שבכרכים, wie ich schon in Lehnw. angenommen habe.

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