Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 82 (1938)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Über Siedlungstypen in Palästina in talmudischer Zeit
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 184 (sequence 12)
- Language
- German
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184 Samuel Krauss Dafür ist etwas anderes da: Hütten, Burgposten und Rats- Herren — wären sie lieber nicht da! Hier ist doch äugenscheinlich, daß die בורגנין zu etwas da sind, was die Festwallfahrt hindert, und das können doch nur römische Wadiposten sein. Demselben Zwecke dienen übrigens die zwei anderen Dinge, die hier genannt sind:צריפין (über deren Wesen wir jedoch nicht gut unterrichtet sind27) und die Ratsherren, d. h. entweder Amtspersonen, die die Wallfahrt überwachen, oder (was mir richtiger zu sein scheint) die Ratsherren als Exponenten der am Wege liegenden hellenistischen Städte; sie sind es, die dem Juden die Wallfahrt unmöglich machen. Man vergesse nicht, daß vor jenem Yerse die Worte stehen: ״All die es jagten, ereilten es im Gezwänge“! Ausgehend von der Stelle Ps 425, die doch in geradezu klassischen Worten die Freude an der Pilgerfahrt schildert, werden (in Thr. R. zu 1, 16, S. 80, ed. Buber) viele wehmütige Erinnerungen vorgebracht, beginnend mit den Worten: Die Gemeinde Israels spricht vor Gott: Ehemals hatte ich die Schritte der Wallfahrt28 im Schatten Gottes gemacht; jetzt — im Schatten der Könige29. Yespasian setzte, 18 Meilen über Emm aus30 hinaus, Wachtposten ein (31(הושיב משמרות; die nun befragten die Wallfahrer und sprachen zu ihnen: Wessen seid 27 צ׳ werden bekanntlich gerade in der Gründungsgeschichte Roms genannt (s. Monum. Talm. V, 9, Nr. 16, wo auch Erklärungen des Wortes). 28 פעמי רגלים dichterisch; so auch in anderen Stücken daselbst. 29י Erinnert an die ״Weinberge der Könige“, die wir oben hatten. 30 Buber setzt anstatt להלמא מיום was unverständlich ist, לה לפאמיוס — Paneas ein; auch ich hatte früher so gedacht (s. Monum. Talm. V, 72, Nr. 142); seitdem jedoch inschriftlich für ״Emmaus“ (bekanntlich aus Wurzel חמם) die Schreibung חימאים bezeugt ist (s. S u k e n i k, The Ancient Syna« gogue of El-Hiammeh, Jerus. 1935, S. 48, vgl. S. 52, wo richtig mit samekh am Ende), besteht für mich kein Zweifel, daß so zu lesen ist: . . . setzte Wachposten ein להלא[ה] מאמיוס usw. Sukenik, der ein Fragezeichen setzt, hat das Wort in der Inschrift nicht erkannt. Es ist aber jenes Emmaus ein anderes und das E. in Thr. R. ein anderes. Es hat bekanntlich mehrere E. in Pal. gegeben, eines, welches ein großes Militärlager war, und dieses ist hier gemeint I 31 Daß 'מ hier Wachtposten ist, hat auch Buber erkannt, der es be« reits im Namen S. L. Rapaports zitiert.