Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 82 (1938)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Über Siedlungstypen in Palästina in talmudischer Zeit
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 183 (sequence 11)
- Language
- German
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Über Siedlungstypen in Palästina in talmudischer Zeit 183 Noaraii24, Lydda für ,Ono66. ״Castra66 beweist, daß wir es mit einer Anzahl von römischen Heerlagern zu tun haben, die den nächstgelegenen jüdischen Ort bedrängen bzw. erobern. Dieselben Orte im römischen Besitz dienten natürlich auch als Sperrforts, um den Juden die Wege, in erster Reihe die nach Jerusalem, zu verlegen. Der Zeitgenosse dieser Ereignisse, der große Lehrer R. Joehanan ben Zakkai, sagte in Form einer Predigt sehr anschaulich: ״Ihr habt nicht Gott dienen wollen, so seid ihr den Völkern dienstbar geworden; ihr habt nicht einen בקע für den Kopf wägen wollen Gott zu Ehren, so wäget ihr 15 Schekel im Reiche emer Feinde; ihr habt nicht die Wege und Straßen herrichten wollen für die Festwällf ahrer, so müßt ihr die Türme (הבורגסין vonTcöpyoc) herrichten und Burgen (הבורגמין 1. mit Jalqut u. ed. H. R.בודגכין) für die, welche zu den Weinbergen der Könige hinaufziehen64 (d. h. für die römischen Soldaten, die von euch die Abgaben eintreiben; besser aber liest man לכרכי מלכים in die königlichen, d. i. Regierungs- Festungen)25. Eine andere Reminiscenz aus diesen traurigen Tagen ist wohl in folgender Betrachtung enthalten (Threni R. zu 1, 4, ed. Büber, S. 64): Jedes Ding sucht seiner Aufgabe gerecht zu werden (es folgen Beispiele) . . . Auch Straßen (oder Wege) suchen ihrer Bestimmung gerecht zu werden; darum nun steht: ״Verödet liegen die Wege Zions, [da nicht kommen die Festwallfahrer]66 — daß keine Hütten, keine Burgposten, keine Ratsherren da seien: steht da nicht geschrieben, sondern nur: daß keine Festwallfahrer26; das heißt: beklagt wird, daß die Straßen nicht zu d e m da sind, wozu sie (nach j. Weltanschauung!) bestimmt sind, das ist: für die Festwallfahrer. 24 Im Texte steht בועדן mit daleth, ist aber mit resch zu lesen. Vgl. mein ״Naara, Neara, Nearan“ in ZDPV Bd. 39, 94—97. 25 Mekhilta zu Ex 191 (Sw 61 b. ed1. Friedm., S. 203 ed. Horovitz-Rabin). Weiter ausgeführt in Schwarz-Festschrift S. 274 (dort auch Berechnung der hier genannten Geldabgaben oder Steuern). S. ferner in Monum. Talm. V, 158, Nr. 372. Für לכרמי liest S. Klein (in לשוננו IV, 45 f.) לכרכי, was entschieden besser ist. Weiter u. behandeln wir noch so einen Fall. 26 Matnot Kehunna verweist da auf die LA des 'Arukh, doch finde ich daselbst keine Variante; was' ist, weiß eigentlich M. K. nicht.