Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1938-01-01 · Heft 3 · p. Seite 178

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
82 (1938)
Issue
Heft 3
Article
Über Siedlungstypen in Palästina in talmudischer Zeit
Date
1938-01-01
Page
Seite 178 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2829132-2830031-2830035-2841203--55305-2841264
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

178 Samuel Krauss Gelehrten haben es den Dorfbewohnern leicht gemacht, daß sie bereits vorangehend am Sammeltage (יום הכניסה) [die Megilla lesen können], damit sie ihren Brüdern in den Städten (כרכים) Speise und Wasser zuführen können. Besagt das unzweifelhaft, daß in den also bezeichneten Orten Juden wohnten, so spricht das in einem anderen Punkte gegen die Annahme von R., daß unter כ׳ g r o ß e Städte zu verstehen seien, denn wenn auch bezüglich Speise begreiflich, daß eine Zufuhr vom Lande nötig, nicht aber bezüglich Wasser, denn es ist undenkbar, daß große Städte ihr Wasser erst durch Zufuhr vom Lande erhielten. In diesem einen F alle wird eher meine Annahme richtig sein, daß es sich um kleine, auf Bergesgipfeln gelegene F estungen handelt, deren Bewohner wirklich von der Dorfbevölkerung ihren Proviant, inklusive Wasser, erhalten. Im allgemeinen gilt das, was bereits bei Kohut (a. a. O.) zu lesen ist: כרך bezeichnet in erster Reihe einen kleinen Ort, wird aber von den Rabbinen des Talmuds vorwiegend von größeren Städten gebraucht, wozu als dritte Kategorie meine Beobachtung gehört, daß mit dem Ausdruck כרכי הים speziell die an Palästinas Küste gelegenen hellenistischen Städte gemeint seien, entsprechend dem כרכי האומות, was sich ebenfalls findet. R. führt noch das Beispiel ״ כרך גדול של שכםdie große Stadt Sichern“ ins Treffen, und diese Stadt, das wissen wir, sei weder auf einem Berge noch auf einer Felskuppe gelegen, sondern in einem Tal zwischen zwei Bergen. Gar so sicher ist das nicht, denn die alte Stadt kann Bestandteile gehabt haben, die auf einem Berge lagen (wahrsch. auf Garizim), ja es scheint so, denn in der Erzählung Ri. 9, aus der wir etwas Topographisches über Sichern erfahren, wird nicht nur ein ביית מלוא (V. 6) und ein מגדל שכם (V. 46) genannt, Dinge, die auf Anhöhen raten lassen, sondern auch ein ארומה (V. 41)14, in welchem Abimelekh saß, solange die Stadt selbst fiel. Es ist überhaupt damit zu rechnen, daß aus einem Kern, einer Art Akropolis, die naturgemäß auf einem Berge oder Hügel lag, allmählich die weitere Stadt sich entwickelt. Ich habe übrigens

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.