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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1938-01-01 · Heft 3 · p. Seite 171

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
82 (1938)
Issue
Heft 3
Article
Wer veranlaßte den Glaubenszwang der Makkabäerzeit?
Date
1938-01-01
Page
Seite 171 (sequence 27)
Language
German
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IRI
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Wer veranlagte den Glaubenszwang der Makkabäerzeit? 171 wohlbemerkt nach der überlieferten Fasson, selig werde“ (Dessau 736). Und wenn der Tempel mehr nach syrischem als nach griechischem Muster umgestaltet wurde, so mag die Rücksicht auf die Siedler, die Epiphanes nach der Akra brachte, maßgebend gewesen sein (s. Anm. 50). Wäre also die Verfolgung lokal begrenzt gewesen, so wäre das auch ohne Einfluß des Menelaos zu verstehen, zumal Antiochos hoffen konnte, daß die Ethnisierung des einzigen Tempels, den das gesamte Judentum hatte, auch auf die Diaspora wirkte533. Allein die beiden zufällig erhaltenen Nachrichten über die Absicht einer Ausdehnung des Glaubenszwanges sprechen dafür, daß er nach Möglichkeit das gesamte Judentum treffen wollte, daß es ihm also mit den kulturpolitischen Gründen der Verfolgung sehr ernst war. Daher suchten ihn spätere Gesinnungsgenossen durch allerhand Greuelmärchen über die Juden in Schutz zu nehmen — nicht gegen den Vorwurf des Tempelraubs54 (sonst hätten sie auch etliche andere Religionen herabsetzen müssen: Bi. 19, 5), sondern gegen denjenigen der ״Grausamkeit“55, d. h. der religiösen Unduldsamkeit, die das Altertum im allgemeinen nicht kannte. Aber ist nicht Antiochos Schüler eines Epikureers gewesen56, also innerlich an jedem Glaubenszwang uninteressiert? Nun, wir haben allen Anlaß zu bezweifeln, daß er die Freigeisterei der Schule mitmachte57, und zweifellos hat er sich in seiner sehr gewaltsamen Eroberungspolitik durch deren Grundsatz ״lebe in Stille“ (X&fts ßicbaac) nicht stören lassen. Allein gerade seine Gesinnung gegen das Judentum steht mit Anschauungen Epikurs in recht gutem Einklang. 53a Auch die Christen Verfolgung־ war ursprünglich lokal begrenzt; auch hier (s. S. 169) verallgemeinert Sulpicius Severus: Ed. Meyer, llrspr, III510. 54 Dies glaubt (nach Josephus?) Bickermann MGWJ. 1927, 171 ff.; 255 ff., der das Verdienst hat, die Existenz dieser Literatur sehr wahrschein״ lieh gemacht zu haben. 55 Bickermann a. O. 186. 56 Bi. 119 f.; 136, offenbar nach C r ö n e r t, SBA. 1900, 953 f. 57 Das beweist die Herstellung eines riesigen »rcotporcaTov gegen die Pest; vgl. V. Schultz e, Antiocheia (1930), 20f., der wohl mit Recht ״seine Göttergläubigkeit durchaus echt'“ nennt.

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