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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1938-01-01 · Heft 3 · p. Seite 170

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
82 (1938)
Issue
Heft 3
Article
Wer veranlaßte den Glaubenszwang der Makkabäerzeit?
Date
1938-01-01
Page
Seite 170 (sequence 26)
Language
German
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IRI
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170 Isaak Heinemann Rhetorik ausgemalt, so abwechslungsreich, wenn auch nicht so virtuos, wie die Leiden der Niobekinder bei Ovid; und wie leicht ein griechischer Rhetor dazu kommen konnte, einen Dialog zwischen dem König und seinen Opfern herbeizuführen, zeigt IV M 5! ff., wo der König auch dem Martyrium des Eleasar anwohnen soll. Aus den erwähnten Tatsachen verstehen wir die verschwommene Nachricht I M 151. Nachdem 141 der allgemeine Erlaß des Königs über die religiöse Angleichung im Reiche, 144 die Sonder Verfügung über die Unterdrückung der Religion in Judäa mitgeteilt war, fährt der Bericht fort: ״gemäß dem allem schrieb der König seinem Reiche (a). Er setzte Aufseher über das ganze Volk (b). Er gab in den Städten Judas den Befehl, daß in jeder Stadt geopfert werden sollte (c).“ Sehr wahrscheinlich bezieht sich b, ebenso wie sicher c, nur auf die Provinz Juda; denn der Ausdruck Volk wird im folgenden Vers vom Ethnos der Leute von Judäa gebraucht, da von 51 c an sicher nur von diesen die Rede ist; überdies war auch nur für diese die Ernennung neuer Beamter gerechtfertigt. 51a steht parallel mit der soeben Besprochenen Stelle II M 68 über die Verfolgung der Juden in griechischen Städten. Der Satz bedeutet also wohl, daß der König eine Abschrift der 144 erwähnten Verfügung gegen die Juden Judäas an sämtliche Statthalter seines Reichs schickte53. Mehr sagt I M nicht; wir haben nach den beiden uns bekannten Fällen anzunehmen, daß er die Statthalter anwies, die Anwendbarkeit der Verfügung auf ihren Bezirk zu prüfen und gegebenenfalls einen Antrag bei ihm zu stellen. Neben der Erbitterung des Königs über die Widersetzliehkeit der Juden und dem kulturpolitischen Motiv kann auch der Gedanke an die Sicherung der Südgrenze seines Reiches mitgespielt haben. Zwar waren auch Nichtjuden (Bi. 68; 167) und auch jüdische Hellenisten wie Iason ägypterfreundlich gesinnt; aber es mag sein, daß man in den traditionstreuen jüdischen Kreisen sich besonders gern der Ptolemäer erinnerte, die ״darauf gehalten hatten, daß jeder nach seiner Fasson, 53 Über solche Abschriften vgl. Bickermann, RHR. (1937) 194.

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