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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1938-01-01 · Heft 3 · p. Seite 168

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
82 (1938)
Issue
Heft 3
Article
Wer veranlaßte den Glaubenszwang der Makkabäerzeit?
Date
1938-01-01
Page
Seite 168 (sequence 24)
Language
German
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IRI
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168 Isaak Heinemann Beschuldigungen nichts zu tun haben, vielmehr nach griechischer Sitte leben wollen, so sprechen wir sie von der Anklage frei. Ihr Tempel soll, wie sie baten, nach Zeus . . . genannt werden. Das Gesuch wird also genehmigt — nicht weil die Samariter ihre politische Loyalität bewiesen haben, sondern weil sie sich bereit erklären, ,,nach griechischer Sitte zu leben“. Letzteres ist natürlich cum grano salis zu verstehen50 (den Sabbat wollen sie ja halten, die Beschneidung gewiß auch): als Bereitschaft, sich der hellenistischen Kulturgemeinschaft auch in religiösen Dingen einzufügen. Danach sind die Vorwürfe , von denen dieSamariter freigesprochen werden, die gleichen, die die Räte des Sidetes später gegen die Juden erhoben und der König nicht gelten ließ (aTtsXuas ׳uöv £ y % X 7] a t (0 v): vor allem feindselige Zurückziehung von der übrigen Menschheit. Da man nach der samaritischen Eingabe den Leuten von Sichern dasselbe zur Last legte wie damals den Juden, erhält der seleukidische Bericht bezüglich der Molive des Epiphanes seine urkundliche Bestätigung. Sehr lehrreich sind überdies die Schlußworte der Eingabe: ״wir können uns dann ohne Besorgnis unserer Arbeit widmen und dir dadurch höhere Einnahmen verschaffen“. Darin liegt die Drohung, daß die Samariter sich äußerstenfalls durch Flucht in die Einöde dem Gewissenszwang und — dem Steuerfiskus entziehen werden, wie es bekanntlich die Makkabäer getan haben. ״Diese Form der passiven Resistenz durch Flucht war im Altertum weithin verbreitet. Wenn später die Christen ihres Glaubens wegen verfolgt wurden, so entzogen sie sich auf diese Weise dem Zugriff des Staates. Der Staat wurde durch Steuerausfall geschädigt und gab wieder und wieder nach, indem er Amnestien proklamierte“51. Die Auffindung solcher in die Berge geflüchteter Menschen ist in Palästina selbst heute, mit Spürhunden und Flugzeugen, nicht ganz leicht, geschweige im Altertum. Die samaritische Ein- 50 Zur Erweichung“ des Sprachgebrauchs vgl. Bi. 74, 1; Kittel, Theol. Wb. II 503 ff, mit Lit.-Angaben. Obschon also Antiochos die Juden ״hellenisiert“ hat II M 1125, so konnte er doch bei der Gestaltung des Jerusalemer Kultus auf die von ihm angesiedelten Syrer eine Rücksicht nehmen (vgk Bi. 98 ff.), die bei Menelaos viel schwerer verständlich wäre. 51 Nach Bickermann, Die Makkabäer 11.

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