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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1938-01-01 · Heft 3 · p. Seite 166

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
82 (1938)
Issue
Heft 3
Article
Wer veranlaßte den Glaubenszwang der Makkabäerzeit?
Date
1938-01-01
Page
Seite 166 (sequence 22)
Language
German
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IRI
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166 Isaak Heinemann ralisdien Gesetze der Juden66 aufzuheben gesucht. Mag es sich hier um Überlieferung (etwa auf Grund der Verfügung des Antiochos gegen das jüdische Gesetz) oder um freie Dar- Stellung handeln, jedenfalls ist es innerlich höchst wahrscheinlieh, daß Epiphanes seine Dan ilS6 bezeugte Abneigung gegen die jüdische Religion ähnlich begründet hat wie die Fortsetzer seiner Politik. Denn der Vorwurf, daß sich die Gesetze der Juden von denen aller Völker unterscheiden, und die Rüge der aTCav&pwma und aju£ta kehren vor und nachAntiochos in der heidnischen Kritik am Judentum immer wieder47. Daher betrachtet z. B. Tacitus Hist. V 4 dieselben Riten, die anderswo als völlig harmlos galten, bei den Juden als Zeichen besonderer Bosheit: ״sie schlachten Widder, um den Ammon zu beleidigen, und opfern Stiere, weil die Ägypter den Apis verehren66. Wenn man den Juden solche Motive zutraute, so ist freilich zu verstehen, daß man bei ihnen Riten verbot, die man bei anderen Völkern duldete. Erst aus solcher Einschätzung der jüdischen Religion versteht man die Eingabe der Samariter (Jos. XII 258 ff.), die Bickermann mit großer Gelehrsamkeit als echt erwiesen hat. Wir setzen die Übersetzung in engem Anschluß an diejenige bei Bi. 177 f. her: (259) Unsere Vorfahren haben infolge einer Reihe von Mißernten in ihrem Lande einem alten Glauben folgend die Sitte eingeführt,, den Tag, der bei den Juden Sabbat heißt, heilig zu halten, und auf dem Berg mit Namen Garizim einen namenlosen Tempel geweiht, in dem sie die gehörigen Opfer darbrachten. (260) Während du nun die Schlechtigkeit der Juden nach Verdienst behandelst, hängen uns die königlichen Instanzen ähnliche Beschul« digungen an, wobei sie annehmen, daß wir jene Bräuche als Verwandte der Juden befolgen, während wir in Wirklichkeit unserer Abstammung nach Sidonier sind, wie aus den Archiven hervorgeht. (261) Wir bitten daher dich, den Wohltäter und Retter, Apollonios, dem Meridarchen, und'Nikanor, dem königlichen Bevollmächtigten, zu befehlen, uns nicht weiter zu be« lästigen und nicht die Vergehen der Juden, die uns nach Abstammung und lichkeitsideal zusammen; Heinemann, RE. Sppl. V 298ff. Gegen dies Ideal verstoßen die Juden durch Ablehnung der kultischen, sexuellen und Tischgemeinschaft mit anderen Völkern. Es ist lehrreich, daß Julian den Ver« stoß gegen die ״Philanthropie*1 vor allem den Mönchen zur Last legt: Lab r i oll e, La reaction paienne (1934) 418. 47 Heinemann, RE. Sppl. V 20 mit Belegen.

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