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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1938-01-01 · Heft 3 · p. Seite 164

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
82 (1938)
Issue
Heft 3
Article
Wer veranlaßte den Glaubenszwang der Makkabäerzeit?
Date
1938-01-01
Page
Seite 164 (sequence 20)
Language
German
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164 Isaak Heinemann Gedanken an die Reickseinheit begründet hat, ist außer־׳ ordentlich wahrscheinlich39, da die Seleukiden, im Gegensatz zu den Ptolemäern40, zwar nicht gerade auf eine ״Gleich- Schaltung4641, aber doch auf eine Anpassung der verschiedenen Reichskulturen hingearbeitet haben und gerade für Epiphanes in einem Augenblick, da sein Reich anscheinend durch die Pärther bedroht war, eine Weiterführung dieser Politik nahelag42. Es scheint daher, daß I M mit den Worten ״alle sollten zu einem Volke werden, jeder solle seine Gesetze verlassen44, auf die gleichen hochfahrenden Worte43 des Antiochos Bezug nimmt, die auch Dan im Auge hat. Es fragt sich, ob beide Urkunden gleichzeitig oder nacheinander ergangen sind. Letzteres ist mir wahrscheinlicher44, weniger aus sprachlichen, als aus sachlichen Gründen. Welchen Anlaß hätte I M gehabt, von der Versuchung und dem durchaus nicht rühmlichen Verhalten der Juden außerhalb Pa״ lästinas zu sprechen, wenn beides mit dem Gegenstände seiner Erzählung nicht zusammenhing? Vielmehr hat der König zunächst von Jerusalem nichts anderes verlangt als von der Stadtgemeinde Antiöcheia auch. Nur: duo si iubentur idem, non est idem. Dem Griechen oder auch dem Syrer verschlug es nicht viel, neben seinem Kult auch einen neuen zu treiben und ihm sogar einen Vorrang einzuräumen; dem Juden galt jeder heidnische Kult als Götzendienst und bei den monatliehen Feiern seines Geburtstages, die Antiochos forderte, war mag? Von hier aus gewinnt Steins Vermutung (Alttest. Bibelkritik in der späthell. Lit., Lemberg 1935, Anm. 55), er habe sein Standbild ״als Zeus- Juppiter“ auf gestellt, eine gewisse Wahrscheinlichkeit. 30 Ed. Meyer a. O.: ״Den Grundsatz mag er in der Tat ausgesprochen haben, wie denn derartige allgemeine Motive in den Erlassen hellenistischer Könige, wie z. B. dem Philippos’ V. an die Larissäer, nicht selten sind“. 40 W i 1 c k e n, RE. I 2474; namentlich Ed. Meye r•, Blüte und Niedergang 46; Dessau II 736. 41 B e n t z e n, Daniel (1937) 51. 42 Kolb e 155• ff. 43 Der Ton wird der gleiche gewesen sein wie in der Verfügung Seleukos I. bei E d. M ey e r a. O. 44 ״gerecht ist, was der König bestimmt“. 44 So auch Bevenot; anders Kahane; aber dann hätte er 44 statt ,וישלח המלך das auf Fortgang der Handlung schließen läßt, besser übersetzt ולירושלס שלח המלך — was freilich zu der griechischen Wiedergabe schlecht stimmt.

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