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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1938-01-01 · Heft 3 · p. Seite 159

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
82 (1938)
Issue
Heft 3
Article
Wer veranlaßte den Glaubenszwang der Makkabäerzeit?
Date
1938-01-01
Page
Seite 159 (sequence 15)
Language
German
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Wer veranlagte den Glaubenszwang der Makkabäerzeit? 169 gewisse Blüte entfaltet (im Seleukidenreich wohl nur als Sternkunde, in Anknüpfung an die orientalische Tradition, und mehr als Astrologie denn als Astronomie28); nach Provinzstädten wie Jerusalem ist auch in späterer Zeit nicht viel von ihr gedrungen29, geschweige im 2. vorchristlichen Jahrh., in welchem selbst in Rom pergraecari soviel bedeutet wie ״sich amüsieren‘6, unter Hintansetzung angestammter Sitte und Sittenstrenge. Auch die jeunesse doree (xp&ziazoi II M 412) Jerusalems gehörte offenbar zu den Leuten, die sich ״des jüdischen Gesetzes schämen66 (Sir 422), also Minderwertigkeitsgefühle gegenüber der so sicher auftretenden europäischen Kultur hegen und daher Brücken zu ihr schlagen möchten30; sie will sich griechisch nennen (der Modename Antigonos findet sich schon eine Generation früher, sogar bei einem Gesetzeslehrer), griechisch kleiden und unterhalten — wie die andern Graeculi des Orients auch, also ohne deshalb den überlieferten Ritus völlig aufzugeben31. Yon ernstem, schmerzlichem Ringen zwischen hellenischer Wissenschaft und jüdischer Frömmigkeit ist hier nichts zu spüren. 28Philosophen orientalischen Ursprungs nennt Schürer, Gesch. d. j. Volkes II4 51 ff.; Ed Meyer, Blüte und Niedergang des Hellenismus in Asien (1925) 24 ff.; gelehrt haben dort die wenigsten. Vor Überschätzung der griechischen ״Kulturträger“ im Orient warnt sehr einleuchtend Tscherikower 80ff. unter Hinweis auf die Städtenamen, die ebenso wie New York und New Orleans die Heimat der Siedler verraten und auf halbbarbarische Teile der Balkanhalbinsel schließen lassen. 29 Vom Einfluß der griechischen Fachphilosophie ist weder in der B.bel (vgl. Jul. Guttmann, Philosophie des Judentums 25ff. über Qohelet) noch in späterer Zeit (Heine mann, Griechische Weltanschauungslehre bei Juden und Römern 8f.) in Palästina etwas zu spüren. 30 In den Worten ״seit wir uns von ihnen getrennt haben, ist Übel über uns gekommen“ wird das post hoc als propter hoc zu verstehen sein (was bei מן naheliegt); allenfalls könnte man an die seit Esra verstärkt auftreten« den Bedenken gegen Verbindungen mit Heidinnen denken. 31 Über heidnische Hellenisten, die an ihrem Ritus grundsätzlich fest« hielten, vgl. Tscherikower 91. Auch Bickermann gibt RHR 1937, 215 Beispiele dafür, daß die Einführung griechischer Götternamen nicht zur Änderung des Ritus führte, und hebt oft hervor, daß die Syrer und1 Araber auch nach Eindringen des Hellenismus Beschneidung und Speisegesetze bei« behielten.

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