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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1938-01-01 · Heft 3 · p. Seite 154

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
82 (1938)
Issue
Heft 3
Article
Wer veranlaßte den Glaubenszwang der Makkabäerzeit?
Date
1938-01-01
Page
Seite 154 (sequence 10)
Language
German
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154 Isaak Heinemann gültig Schiffbruch erlitten hat, macht ihn ein Befürworter des Entgegenkommens gegen die Juden zum Sündenbock, um den Prestigeverlust der Regierung durch die ״Fiktion“, daß sie nur einer jüdischen Partei zuliebe gehandelt habe, zu verringern und die Juden durch das Blut des ihnen tief verhaßten, als Hoherpriester ohnehin unmöglich gewordenen Mannes zu besänftigen. Es ist anzuerkennen, daß II M die Sache durchschaut und den Tod des Menelaos in der unmittelbar folgenden Erzählung nur mit seiner Beraubung des Tempels in Zusammenhang bringt. II. Prüfung und Deutung der Überlieferung. Wenn die jüdische, griechische und syrische Überlieferung nur den Antiochos für die Aufhebung des jüdischen Kultus verantwortlich machen, so ist das aus der Tendenz dieser Quellen nicht befriedigend zu erklären. Das gilt besonders von den Makkabäerbüchern. Sie schreiben die Anfänge der Hellenisierung ausschließlich Juden zu; welchen Anlaß hätten sie gehabt, den ihnen tief verhaßten Menelaos von der Yerantwortung für die späteren Gewaltmaßregeln zu entlasten? Trotzdem bedarf es der Nachprüfung der Überlieferung, um über die Einwände, die Bi. gegen sie vorgebracht hat, ein Urteil zu gewinnen und die Motive der Beteiligten klarer zu erkennen. A. Juristische Erklärung. Jos. XII 138 ff. hat uns eine Urkunde erhalten, ohne welche die Streitigkeiten vor 2000 Jahren ebenso wenig verständlich wären, wie die heutigen Kämpfe um Palästina ohne die Balfourerklärung. Antiochos III. zählt in ihr einleitend die Verdienste auf, welche sich die Juden bei der Eroberung Palästinas durch die Syrer erworben haben. Durch diese Verdienste fühlt sich der König zu Privilegien verpflichtet. Er bewilligt erhebliche Beiträge für den Tempel, ermäßigt den Mitgliedern des Rates und den Tempelbeamten, ja, bis zu einem gewissen Grade sämtlichen Bewohnern Jerusalems die Steuern und erklärt die aus der Stadt in die Sklaverei Verschleppten bzw. ihre Nachkommen für frei. Mitten unter diesen Begünstigungen steht der Satz ״alle Angehörigen des

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