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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1938-01-01 · Heft 3 · p. Seite 153

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
82 (1938)
Issue
Heft 3
Article
Wer veranlaßte den Glaubenszwang der Makkabäerzeit?
Date
1938-01-01
Page
Seite 153 (sequence 9)
Language
German
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IRI
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Wer veranlaßte den Glaubenszwang der Makkabäerzeit? 153 seidonios vermittelte Erzählung bei Diodor XXXIY 1 (im folgenden als syrische Überlieferung angeführt). Danach haben Ratgeber des Antiodios Sidetes die völlige Vernichtung der Juden oder doch die Beseitigung ihrer Gesetze befürwortet unter Hinweis auf das Beispiel des Epiphanes, der ״inhumanes Verhalten“ (s. u.) bei allen Völkern haßte und aus diesem Grunde auch die inhumanen und unmoralischen Gesetze der Juden auf heben wollte, daher ein Schwein geopfert und mit dessen Brühe das Gesetzbuch, welches die fremdenfeindlichen Gesetze enthielt, besprengt habe. Hätte Epiphanes nur einer jüdischen Partei nadigegeben, so wäre die Berufung auf sein Beispiel sinnlos, da es eine solche Partei ein Menschenalter nach der Aufhebung des Glaubenszwangs nicht mehr gab. Die Motive des Königs werden in den Quellen nicht ganz einheitlich angegebenes, u.). Darin aber, daß die Verfolgung vom König nicht einer jüdischen Partei zuliebe, sondern aus Haß oder Abneigung gegen ״die Juden“ verfügt wurde, stimmen Juden, Griechen und Syrer überein. Nur zwei Stellen scheinen zu widersprechen (Bi. 126 f.). Nach II M 134 hat Lysias angegeben, daß Menelaos an allem Unglück schuld sei20; daraufhin hat Antiochos V. ihn hingerichtet. Nach Jos. XII 384 hat Lysias dem König geraten, den Menelaos hinzurichten, wenn er wolle, daß die Juden Ruhe hielten und ihm keine Schwierigkeiten mehr machten; denn dieser habe das Unheil angestiftet, indem er seinen Vater bestimmt habe, die Juden zum Abfall von ihrem angestammten Kult zu zwingen. Also: kein Historiker weiß etwas von der Schuld des Menelaos; erst nachdem der Glaubenszwang end- 20 Nach W. Kolbe, Beiträge zur syrischen und jüdischen Geschichte (1926) 161 soll die Angabe nur bedeuten, daß man ihn ״wegen Verrats“ ver״ urteilt habe; nach Bevenot z. St. geschah es wegen seines Ungeschicks. Ich halte das für unwahrscheinlich, zumal die Jos.«Stelle kaum als Aus« malung einer gleichlautenden Nachricht aufzunehmen sein wird. Die im folgenden gegebene Erklärung liegt um so näher, da man es, gleichfalls aus Prestigegründen, auch sonst bei der Zurücknahme der Judenpolitik mit der Wahrheit nicht sehr genau genommen und die Zugeständnisse als frei« williges Geschenk königlicher Gnade hingestellt zu haben scheint: Ed. Meyer II 216.

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