Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 82 (1938)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Wer veranlaßte den Glaubenszwang der Makkabäerzeit?
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 152 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2829132-2830031-2830035-2841202--55278-2841238- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
152 Isaak Heinemann Gesetze aufgeben. Selbst einstweilen angenommen, diese Nachricht sei aus der Luft gegriffen, wie Bi. 127 glaubt, so beweist sie doch jedenfalls, daß der Schriftsteller die Hellenisierung der Juden auf Regierungsgrundsätze des Königs zurückführt, nicht auf die Anstiftung jüdischer Hellenisten, obwohl eine solche zu dem Bilde, welches er 1!! von den Assimilationstendenzen des Kreises um lason entwirft, recht gut passen würde. Er macht den Hellenisten 623; 1061; 1121 den Yorwurf, den König zur Unterdrückung des makkabäischen Aufstandes auf gehetzt zu haben; einen Einfluß auf die religiöse Revolution schreibt er ihnen nicht zu. Auch II M bezeichnet zwar den Menelaos 425 als ״Tyrannen und Raubtierseele“, 523 als Feind der Juden, 5!5 als Wegweiser des Königs beim Tempelraub und (daher) als Verräter von Gesetz und Vaterland; aber an der Umgestaltung des Kultus gibt es ihm keine Schuld; vielmehr hat der König 6! einen ״athenisehen Ältesten19“ kommen lassen, um die Juden zur Preisgabe ihrer Sitten zu veranlassen, den Tempel zu schänden und nach dem olympischen Zeus zu benennen. Ebenso Josephus. Er berichtet XII 251 ff. über die Beseitigung des täglichen Opfers, die Darbringung von Schweinen im Tempel und im Lande, das Verbot der Beschneidung und die Bestellung von Aufsehern nur als Maßregeln des Königs. ״Viele von den Juden folgten den Befehlen des Königs, teils freiwillig, teils aus Furcht vor der angedrohten Strafe.“ Von Juden, die zum Glaubenszwang geraten haben, weiß er nichts. Nach B. I 32 ff. rufen die Tobiaden den König herbei; dieser begnügt sich nicht mit Raub und Mord, sondern aus zügelloser Leidenschaft und in Erinnerung an die Leiden während der Belagerung zwang er die Juden, ihre Überlieferung aufzugeben, ihre Kinder unbesdmitten zu lassen und Schweine auf dem Altar zu opfern. Dieser Bericht scheint aus griechischer Quelle zu stammen (Bi. 21). Sicher aus syrischer Überlieferung stammt eine durch Po- 19 Vielleicht mit den lat. Übersetzungen: einen antiochischen. Teptuv Jp7 ist ein Gelehrter oder Ratsherr. Wenn es ein Athener war, dann wohl ein Rhetor, der zugleich durch ״Bekehrungspredigten" wirken sollte.