Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 82 (1938)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Wer veranlaßte den Glaubenszwang der Makkabäerzeit?
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 151 (sequence 7)
- Language
- German
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Wer veranlagte den Glaubenszwang der Makkabäerzeit? 151 Deutlicher reden die Berichte. Der wichtigste Zeuge ist nach allgemeiner Annahme das Buch Daniel. Nach 1128 ist das Herz des Königs gegen den heiligen Bund gerichtet, nach 1130 ist er ergrimmt gegen den heiligen Bund. Daß unter diesem die jüdische Religion gemeint ist, zeigt 927 והגביר ברית לרבים und vor allem ll30b רבן על ברית קדש rnw.Unter diesen sind natürlich die Hellenisten verstanden. Antiochos hat also nach Dan leidenschaftlich gegen die jüdische Religion Partei genommen und — danach gehandelt (ועשה Y. 28 und 30). —Es fragt sich nur, ob ihn etwa die Hellenisten beeinflußt haben. ll30b übersetzt Bi. 126 ״er nimmt Rücksicht auf die Abtrünnigen66, 170 richtiger ״er gibt acht66 auf sie; er verweist auf 57 ״ =) ועל אלהי אבותיו לא יביןer mißachtet sie66). 126 verweist er überdies auf Hieronymus: ab his invitatus, qui dereliquerant legem Dei et se caerimoniis miscuerant ethnicorum. Diese Bemerkung will Bi. dahin verstehen, daß die Hellenisten den König nicht nur zum Beistand, sondern auch zur Entweihung des Tempels ״aufgefordert66 hätten. Aber das meint weder Porphyrios, bekanntlieh die Quelle des Kirchenvaters für die Epiphanes-Deutung; denn nach De abst. IY 11 ist Antiochos für den Glaubenszwang der vorchristlichen Zeit genau so verantwortlich wie die Römer für den späteren; noch meint es Daniel; denn nach 1136 hat der König ״nach seinem Willen gehandelt66, und 32 a ומרשיעי ברית יחניף בחלקות beweist, wie wir auch erklären mögen, daß er die bereits Abgefallenen noch weiter getrieben hat, daß sie also bzgl. der Neuerungen, auf welche der Seher anspielt, die Verführten und nicht die Anstifter gewesen sind. Dasselbe Bild gewinnen wir aus I M. Nach 14! will Antiochos alle Völker zu einem Volk machen; jedes soll seine not der ptolemäischen) gemeint, der zu Strafmainahmen des Antiochos führte. (Wie es heißen müßte, wenn religiöser Abfall gemeint wäre, zeigt die versehentliche Übersetzung bei Bi. 34 ״vom heiligen Bund“.) Auch Bi. 70 bezieht die Worte auf die ״Terrorherrschaft“, durch welche lason den Menelaos verdrängen wollte. Keinenfalls beweist die Stelle, daß der Verfasser den jüdischen Hellenisten Einfluß auf den Glaubenszwang zuschrieb; denn ein solcher könnte nur von Menelaos, nicht von dem damals emigrierten (II M 59) lason ausgegangen sein.