Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 82 (1938)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Wer veranlaßte den Glaubenszwang der Makkabäerzeit?
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 150 (sequence 6)
- Language
- German
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150 Isaak Heinemann Reformmaßregeln unterscheidet die Überlieferung hinsichtlich, der für sie verantwortlichen Personen. Nach I M 113; II 210 f.; Jos. XII 241 hat Antiochos lediglich die Erlaubnis zum Bau e^iies Gymnasion erteilt (warum das nötig war, wird sich finden); die Durchführung der Reformen geschieht ausschließlieh durch Juden17. Daß dagegen die Revolution des jüdischen Kultus durch Antiochos durchgeführt wurde, beweist zur Genüge schon das Schreiben des Lysias I M 659, die Juden seien erbost ״wegen ihrer Geseize, die wir beseitigt haben“, und die Verfügung Antiochos’ V. II M 1124 (Bi. 181), nach welcher ״die Juden nicht einverstanden sind mit der Umstellung auf griechische Art durch unseren Vater“ (׳u^j zou tzol'zpöq efc ׳ccb *EXXirjvMtÄ j*e׳ua9׳iae1). Auch Bickermann RHR 1937, 219 gibt daher natürlieh zu, daß Antiochos ״die Juden hellenisieren wollte“; aber das geschah nach ihm nur — auf Anstiftung von Juden. Wir befragen zunächst die Überlieferung über den Anteil jüdischer Hellenisten an den Maßregeln des Antiochos. Die Urkunden geben keine bestimmte Auskunft. Immerhin ist zu beachten, daß durchweg ״die Juden“ als geschlossene Gemeinschaft dem König gegenübergestellt werden, nicht nur in den beiden vorhin erwähnten Aktenstücken, sondern auch in der Verfügung, in der Epiphanes selbst den Glaubenszwang zurücknimmt II M 1127 ff. (Bi. 180). Obschon hier Menelaos zweimal genannt ist und offensichtlich als das offizielle Oberhaupt der Juden gilt, heißt es ganz allgemein, daß ״die Juden“ ihre Speisegesetze haben sollen, wie zuvor, und nach den Bräuchen ihrer Vorfahren leben sollen; davon, daß ein Teil der Juden diesen Wunsch gar nicht hegt, ist nicht die Rede18. 17 Nach Makk durch Iason7 nach Jos. XII 241 (ungenau) durch die Tobiaden, welche ״die angestammten Gesetze verlassen und denen des Königs folgen“ wollten. 18 Nach dem Briefe II M 17 f. diziaxifi ’Iaoo>v . . . gitco tt׳<; cqta<; ׳pj<; xal x9j(; ßaaiXsiccc. Unter letzterem ist nicht die Theokratie zu verstehen; denn ״im biblischen wie im rabbinischen Sprachgebrauch bezeichnet das absolute מלכות stets die irdische, weltliche Regierung": Kittel, Theol. Wb. II 570f. Daher ist auch unter apa דן} nur das Land Juda zu verstehen und der Ab״ fall׳ des Iason von der Regierung des Landes (der syrischen, nicht mit Beve״