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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1938-01-01 · Heft 3 · p. Seite 149

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
82 (1938)
Issue
Heft 3
Article
Wer veranlaßte den Glaubenszwang der Makkabäerzeit?
Date
1938-01-01
Page
Seite 149 (sequence 5)
Language
German
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Wer veranlagte den Glaubenszwang der Makkabäerzeit? 149 alles“ II M 4!5. Erwägt man aber, daß wir von Einführung des Herrscher- oder Götterkultus13, von offizieller Verletzung der Sabbat- und Speisegesetze in den scharf gegen Iason und Menelaos eingenommenen Quellen nichts hören, so wird man wohl Wellhausens Urteil (a. O. 124) beipfliditen dürfen: ״Man betrachtete die Sache als zeitgemäße Mode, nicht als Abfall von der väterlichen Religion. Wenn die Religion und der Monotheismus in Frage zu kommen schien, machte man nicht mehr mit.“ Wie viel zu tun übrig blieb, zeigen die Berichte über die nach der Einnahme Jerusalems durch Antiochos erfolgte Revolution. Erst jetzt wird der im Tempel verehrte Gott als Zeus Olympios bezeichnet14; auch ״Dionysos“ und ״Athene“ werden verehrt15; Götterbilder werden auf gestellt (Bi. 102), Hierodulen (wohl nach semitischem Ritus: Bi. 114) eingeführt. Thorarollen werden verbrannt oder geschändet16; allenthalben wird die Bevölkerung zu Götzendienst, Genuß verbotener Speisen und Unterlassung von Sabbatfeier und Beschneidung bei Todesstrafe gezwungen (s. u.), während vorher von Zwangsmaßregeln keine Rede ist. Ebenso scharf wie zwischen den beiden Gruppen von 13 Zum hellenischen Sportbetrieb gehörte wohl der Kult einer Gottheit. Aber daß Iason einen solchen übernahm, durfte Bi. 64; 117 umso weniger voraussetzen, da der Gott des Tempels allenfalls zugleich als der des Gymnasions ausgegeben werden konnte (Eisler). 14 II Mi 62. Woraus Bi. 96 schließt, daß der Name nur ״in den Akten der neuen P'olis geführt“, nicht auch beim Kultus verwendet wurde, weiß ich nicht. Keinenfalls darf der Unterschied verwischt werden zwischen dieser Bezeichnung durch einen fremden Eigennamen und dem A t - tribut אלה שמיא, das durchaus nicht nur wegen seines Anklangs an eine ähnliche heidnische Bezeichnung gebraucht wurde: Gn 243, Jon 19. 15 Bi. 112. Ich setze Anführungszeichen; denn es fragt sich durchaus, ob es sich um griechische oder semitische Gottheiten handelt; für uns ist das unerheblich, da es uns nur auf die Abweichung vom jüdischen Kultus ankommt. 10 Nach der syrischen Überlieferung wurden sie mit Schweinebrühe befleckt, nach I M 158 wurden sie verbrannt; unklar 348 (s. Bevenot). Es ist durchaus glaubhaft, daß man sich verschiedener Methoden bediente, um die Juden nicht nur zu ärgern, sondern ihnen auch zu zeigen, daß ihr Gott seine heiligen Schriften nicht in Schutz nahm.

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