Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 82 (1938)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Wer veranlaßte den Glaubenszwang der Makkabäerzeit?
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 148 (sequence 4)
- Language
- German
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148 Isaak Keinemann Hellenisten braucht die Besdineidung, ebenso wie Philon, nur ein Gesetz unter vielen gewesen zu sein); 3. die Absendung von Gesandten mit einem Beitrag für ein Opfer zu den Spielen in Tyros, an denen Antiochos teilnabm. Es geht in der Tat nicht an, mit Bi. 64 aus den Skrupeln der Gesandten, die das Geld lieber für Schiffe spendeten, auf die Gesinnung des Iason zu schließen (wenn auch beachtet werden mag, daß sie anscheinend straflos blieben). Aber allerdings ist zu berücksichtigen, daß solche Beteiligung an auswärtigen Spielen stets auf Einladung der Festgeber erfolgte11 und das Jerusalemer Gymnasion fürchten mußte, durch die Ablehnung nicht nur die Stadt Tyros, sondern auch den König als Teilnehmer an dem Feste vor den Kopf zu stoßen; überdies ist Beitragsleistung zu einem Kult nicht ohne weiteres als Beteiligung zu betrachten; das Didrachmon für Jupiter Capitolinus haben Juden (gewiß schweren Herzens) geleistet, während sie einer kultischen Handlung den Märtyrertod vorgezogen hätten. Daß die jüdischen Hellenisten der Weltkultur helle Begeisterung entgegenbrachten, für ihre Religion dagegen nur sehr laue Gefühle hegten, ist gar nicht zu bezweifeln; die ״angestammten Ehrungen64, d. h. die Ehrenverrichtungen im Tempel, ״galten ihnen nichts12, die hellenischen Auszeichnungen66, also die Siegespreise bei den Wettkämpfen, ״schätzten sie über 11 Vgl. L. Ziehen, RE V A 2233. Übrigens ging die Gesandtschaft von den ״Antiochiern in Jerusalem4' aus, d. h. von solchen Menschen, die dort das Bürgerrecht von Antiocheia besaßen, nicht von der Stadt als solcher (Tscherikower 131, 8; Bi. 59); unter diesen müssen sich auch Heiden befunden haben; vor wem hätten sich sonst die Juden im Gymnasion ihrer Beschneidung geschämt? Es war also offiziell keine rein jüdische Gemeinschaft, welche (als Trägerin des Gymnasion) die Einladung erhielt und annahm — wenn auch tatsächlich die jüdische Mehrheit für die Be« Schlüsse verantwortlich war. 12 Da Menelaos aller Wahrscheinlichkeit nach (doch vgl. Tscheri״ k o w e r 195) nichtpriesterlicher Abkunft war, aber die Ausübung priester־ licher Befugnisse durch ihn nicht gerügt wird, hatte Büchler 11, 6 ver« mutet, dah er solche Amtshandlungen nicht verrichtet hat, also nur (/pytepsuq: sein wollte (der Titel ist ebensowenig jüdisch wie Reverend). Es fragt sich sogar, ob sich nicht auch Iason mit der politischen Stellung begnügt und die sakralen Handlungen solchen Männern überlassen hat, die mehr Gewicht auf sie legten.