Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 82 (1938)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Wer veranlaßte den Glaubenszwang der Makkabäerzeit?
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 147 (sequence 3)
- Language
- German
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Wer veranlafite den Glaubenszwang der Makkabäerzeit? 147 haben als der Römer5 * — nicht aus Abneigung gegen Körperkultur8, sondern vor allem, weil Gymnasion und Ephebeion zugleich Erziehungsanstalten waren und man sich leicht denken kann, wie sehr eine hellenistische Erziehung, zumal von Männern wie Iason oder Menelaos geleitet, der traditionellen widersprach7; aber ein Verbot des Gymnasion ist im jüdischen Schrifttum nirgends zu lesen, wiewohl z. B. in Alexandreia sich Juden an den Übungen in ihm beteiligten8. B.eligiös anfechtbar ist 1. der Verkehr mit fremden Frauen, wohl vorwiegend mit Hetären9, der natürlich gegen die religiöse Ethik verstieß, aber noch keine planmäßige religiöse Reform bedeutet; 2. die Verdeckung der Beschneidung10, 1 M 116 sogar als ״Abfall vom heiligen Bunde bewertet“ (den 5 Über Rom: W. Kroll, Zeitschrift für Sexualwissenschaft 1930, 146. Diese Bedenken sind später überwunden worden; aber ein öffentliches Gym« nasion hat es in Rom vor Nero nicht gegeben. 8 Nach Bi. 60 war ״die Körperkultur dem Orientalen fremd“; in Wahrheit verspürten die durch das Gymnasion gegangenen Hellenisten ״keine Lust, den Makkabäern durch die Schluchten und steinigen Berge nachzulaufen“: B1 ickermann, Die Makkabäer 24. Daher ist es berechtigt, wenn auch paradox, daß sich jüdische Sportvereine nach den Makkabäern nennen. Über sportliche Leistungen der Juden des Altertums vgl. JL. V 560 f. und die S. 517 des vorigen Jg. besprochene Schrift von Felix Pinczower, Der jüdische Läufer. Übrigens gehört doch wohl auch das Badewesen zur Körperkultur, das, im Orient seit Urzeiten heimisch, im Judentum der hellenistischen Zeit einen starken Aufschwung erlebt hat. 7 Schon die Tatsache, daß Gegner der Tradition eine Neuerung befürworteten, mußte Widerstand gegen sie hervorrufen, auch wenn sie religiös harmlos war. Man denke nur an die Verpönung des Neuhebräischen durch die eingesessene Orthodoxie Palästinas. 8 Bell, Juden und Griechen im römischen Alexandreia 1926, 26. rupobtov ist als Lehnwort in die nachbiblische Sprache nicht übergegangen. 0 I M 115 ist mit Kahane, הספרים החיצונים (Tel Aviv 1937) durch ויצבלדו wiederzugeben und nach Nu 255 aufzufassen, wo freilich vor allem! die Beteiligung der Juden am Kultus ihrer midjanitischen Genossinnen schwer bestraft wird. Auch Mischehen sind, falls die Frau sich dem Kult des Mannes anschließt, nach der Thora nicht grundsätzlich verboten. 10 Eisler hält (in einem Manuskript, das er mir freundlich zusandte) die Nachricht I M 115 für unglaubwürdig, da erst in den Verfolgungen der Kaiserzeit ein Anlaß zu solcher Tarnung Vorgelegen hätte; er glaubt, daß es sich um die sog. Infibulatio (RE IX 2543 ff.) handelt, die auch Griechen und Römer übten; doch s. u. S. 159 über Sir 422. 10*