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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1938-01-01 · Heft 2 · p. Seite 138

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
82 (1938)
Issue
Heft 2
Article
Einige Neuerscheinungen über französisch-jüdische Beziehungen in Sprache und Schrifttum [Rezension]
Date
1938-01-01
Page
Seite 138 (sequence 9)
Language
German
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138 Besprechungen unsere Batlanim, mit Namen; den, Brauch des Kapparah״Umschlagens mit dem Widerspruch, der sich auch jüdischerseits dagegen regt. Verfasserin schöpft die Quellenangaben zu ihren Fußnoten meist aus der Encyclopaedia Judaica, dem Jüdischen Lexikon, auch aus Raschi (Bayle nennt ihn Jarchi und hält ihn für den berühmtesten Rabbiner). Ihre Hin״ weise sind oft mangelhaft, zuweilen fehlerhaft. P. 37 wird R. Josua als Ver״ fasser der ״Großen Chronik der Juden“ gerühmt, — es handelt sich um R. Jose b. Chalafta, welchem R. Jochanan das Seder Olam zuschreibt (Je״ bamot 82b, Nidda 46b). S. 39, Anm. 62 ist Isaak Abravanel als erster Bibel״ kritiker hingestellt. — P. 44 Kessus, Bayles' Quelle für die muslimische Abrahamlegen<Ie, ist Al״Kisai, dessen Prophetengeschichten uns jetzt auch in europäischer Ausgabe vorliegen. Im Allgemeinen ist Verfasserin polemisch, richtiger apologetisch gegen Bayle eingestellt. Sie möchte Abraham und Sarah vom Makel der Notlüge reinwaschen (S. 10). Sie möchte die Schwierigkeiten im Buche Samuel derart lösen, daß Saul den Knaben David, trotzdem dieser mit seinem Saitenspiel längst des Königs Schwermut zerstreut, deswegen nicht erkennt, weil sich David inzwischen verändert habe (S. 52), Trotz einer unfreund״ liehen Einstellung gegen Bayle bietet uns Verf. in ihrer gewissenhaften Zu״ sammenstellung ein günstiges Bild von ihrem Helden. Klar unterscheidet er zwischen der Größe der Bibel und den Kleinlichkeiten ihrer Ausleger. Ihn binden weder Legende noch Kirchenväter. Inspiriert seien bloß die Heiligen Schriften, nicht ihre Deuter. Und welches Verständnis fürs Juden״ tuml Er erkennt klar die Entwicklung: Bibel, Talmudismus, Rabbinismus und dabei, als Seitenweg, die Kabbala; er unterscheidet zwischen schrift״ licher und mündlicher Lehre. Das jüdische Volk, in allen Ecken der Erde, hat eine reinere Auffassung von Gott als alle Philosophen zusammen.“ Als höchste philosophische Tugend schätzt Bayle die Duldsamkeit. Diese Tu״ gend eignet den Juden: selbst die Sadduzäer wurden, trotz ihrer äußersten Gegnerschaft im Glauben über Unsterblichkeit, nicht mit Acht und Bann belegt. ★ 5. Von Bayle führt eine gerade Linie zu Diderot. Die Encyclo״ pedie, als deren leitender und wirkender Geist ja Diderot anerkannt ist, nützt vorhergehende wörterbuchartige Werke tüchtig aus. An erste Stelle der Quellen für die Encyclopedie setzt Sänger nun Bayles Diction* naire historigue et c r i t i q u e. Sänger unterscheidet mit Recht zwischen den Werken Diderots vor der Encyclopedie und zwischen der Encyclopedie selbst. Seine ״P r o m e ״ nade du sceptique“ (1747) sowie seine ״M oisade“ lassen hem״ mungslos den Scheinwerfer der Lächerlichkeit über Moses, Bibel, Israel spielen. Hingegen die Encyclopedie muß mit der Zensur der Theologen rechnen. Sänger unterrichtet uns reichlich, wie Diderot da und dort über Juden, ihre Geschichte, ihre Lehren urteilt. Für die Geschichte der Juden ist Diderots Hauptquelle: Josephus Flavius, ferner Basnage, L'histoire et la

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