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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1938-01-01 · Heft 2 · p. Seite 137

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
82 (1938)
Issue
Heft 2
Article
Einige Neuerscheinungen über französisch-jüdische Beziehungen in Sprache und Schrifttum [Rezension]
Date
1938-01-01
Page
Seite 137 (sequence 8)
Language
German
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Besprechungen 137 Stelle. Pensees 642 beruft sich für die Mehrdeutigkeit des Schriftwortes auf Maimuni; es ist dies die Einleitung zum ״Führer", wo Maimuni den äußeren und inneren Sinn (אהד& und באטן) der Schrift bespricht. — Pensees 726 führt den Talmud an, daß der Messias kommt, wenn das Haus Gottes befleckt wird, wenn die Weisheit der Gelehrten verwest. — Es ist dies Hinweis auf Sanh. 97a. Im einzelnen ist manches zu ergänzen, zu berichtigen. — S. 24. Die milde Beurteilung der Blutschande der Töchter Lots findet sich bereits Ber. rabba 51, 8. Pascal durfte diese Vorstellung aus Josephus, Ant. I, XII, 35 entnommen haben. — S. 37 übersieht Seidmann, daß das Buch Daniel als vaticinium post eventum in der Makkabäerzeit entstanden ist. — Zu S. 38: Immanuel (Jes 714, 88) ist kein Messias. S. 60: Nicht Ephratiter, sondern die Ephraimiten verbünden sich mit Syrien gegen Juda. S. 81 wird Jes. 485 פסלי und נסכי auf Gottes Bild gedeutet; in Wirklichkeit spricht natürlich der Heide von seinem Götzenbild. — Zu S. 93: Undenkbar, daß die LXX Jes 4312 statt 'והשמעתי das sinnlose שפעתי gelesen hätte. — Zu S. 97: Besondere Be״ achtung verdient Pascals Auffassung von Jer 722,. Gott habe Israel beim Auszug aus Ägypten nicht Opferdienst empfohlen, Pascal meint, erst nach der Sünde am goldnen Kalb habe Gott den Opferdienst angeordnet, um eine böse Gewohnheit zum Bessern hinüberzulenken (Pensees 713). Dies erinnert an Maimunis Lehre von den Opfern: sie seien bloß eine Konzession an eine unrichtige Volksneigung. — Zu S. 106. Seidmann merkt nicht, daß Pascal statt T.ü? מהרו des massoretischen Textes Jes 4917 mit LXX liest מהרו בידך. — 4. Eine weit ergiebigere Aufgabe wurde der Hörerin der Budapester Universität, Susanna Kalman (seither Frau Rabb. Dr. Vidor) von ihrem ver« ständnisvollen Lehrer Prof. AL Eckhardt gestellt: Bayle und das A. T. Bayles sämtliche Werke, vorzüglichst sein Dictionnaire historique et critique sowie seine Nouvelles de la Republique des Lettres werden ge״ wissenhaft auf ihre Beziehungen zu Bibel und Judentum untersucht. Zu״ sammengestellt sind Bayles Äußerungen über Gottes Dasein, Einheit, über Seele, Praeexistenz, Unsterblichkeit (der Glaube schon in der Bibel nach״ gewiesen), Auferstehung, Sünde, Erbsünde, Buße, Gnade, Wunder glauben; Heiligen Verehrung (nach Bayle auch von den Juden nicht ganz verpönt), Gewissen (= inneres Licht, Urquell der Sittlichkeit), Sündenfall, Verfall oder Entwicklung, Vorherbestimmung und freier Wille, Vorsehung (השגחה פרטית)♦ Bei Bayle werden angeführt und von der Verfasserin in folgender bunter Reihe zusammengestellt: Mischna, Talmud, Targum (Onkelos, Jonathan, Jeruschalmi), Pirke R. Eliezer, Pirke di R. Nathan, Midrasch Rabba, Sefer Jezirah, Jalkut, Borajtot, — die Bayle aus zweiter Hand, mit Quellenangabe, benutzt. Bei den einzelnen biblischen Gestalten fügt Bayle auch das hinzu, was er aus Aggada, kirchlicher und muslimischer Legende weiß, und er weiß sehr viel. Er kennt z. B. auch die Deutungsarten des פרד״ם. Ja, er kennt die Bräuche der Synagoge, z. B. die ״Decem otiosi Synagogae“,

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