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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1938-01-01 · Heft 2 · p. Seite 134

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
82 (1938)
Issue
Heft 2
Article
Einige Neuerscheinungen über französisch-jüdische Beziehungen in Sprache und Schrifttum [Rezension]
Date
1938-01-01
Page
Seite 134 (sequence 5)
Language
German
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134 Besprechungen Von den 1102 Glossen des ersten Bandes hat Blondheim bloß 125 aus« gearbeitet, einige zu förmlichen Monographien. Z. B. Nr. 7 und 1048 über Vitriol und Tinte. Nr. 62 zum talmudischen ,חמרא דאבפד über Gaukler״ stücke: der Mime bewegt einen hölzernen Esel und macht die Zuschauer glauben, er werde vom Esel getragen; hier und Nr. 977 werden wir über Masken in Tiergestalt, über kinderschreckende Masken belehrt2. Nr. 183 über Fledermäuse, Mäuse, Ratten als Geschöpfe der Unholden3. Nr. 34. zu amanevemet (— Vorbereitung) wird auch der jüdisch « proven^alische Esther«Roman angeführt, in welchem Haman, im Sinne der Aggada, mit ממוכן gleichgesetzt ist, das als ״ מוכןder Vorbereitete'" gedeutet wird; Haman war der Laienname (nom en laie) des Wüterichs; beim königlichen Festmahl erhielt er den שם הקדש Memuchan. Aus dem Vorwort erhellt, daß Blondheim sich vorerst an die Be« arbeitung der Glossen mit botanischer Beziehung gemacht hatte. Die Angaben des I. Bandes werden im zweiten nicht nur reichlichst ergänzt, sondern vielfach wird auch die Lesung, die Übersetzung oder die Erklärung berichtigt, z. B. Nr. 62, daß ardeficie nicht hölzernes Pferd, sondern hölzerner Esel bedeutet. Als wir in Jahrg. 1934, S. 533—538, Blondheims Werk würdigten, sprachen wir die Erwartung aus, er werde in einer weiteren Forschung fest« stellen, welche Bereicherung das altfranzösische Wörterbuch den Laazim verdankt. Blondheim hat diese Erwartung für 125 Glossen erfüllt. Von diesen 125 bieten ungefähr 80 solche Worte, Wortformen oder Bedeu« tungen, für welche eine ältere Fundstelle als Raschi nicht nachgewiesen ist. Zuweilen staunt man, was alles sich bei Raschi zuerst findet, z. B. Nr. 62 Ardeficie — Holzesel der Gaukler, Nr. 66 Arestuel — Lanzenschaft, Nr. 577 Talemasje — Maske. — Besonders beachtenswert Nr. 56—57 Arbaleste Are baleste — Armbrust, vier rabbinische Geschlechter hindurch bezeugt: bei R. Gerschom, bei Isaak b. Jehuda, dem Lehrer Raschis, bei Raschi, bei Raschbam. II. Zur Literaturgeschichte. Andererseits ist auch die Aufmerksamkeit rege für die Beziehungen französischer Schriftsteller zur Bibel und Judentum. Hanna Emmrichs vor« zügliches Buch, Das Judentum bei Voltaire, ist hier (Jg. 1931, 228—234), bereits angezeigt worden. In diesen Kreis gehören auch Albert Lew« k o w i t z’ Untersuchungen über DasJudentum und die geistigen Strömungen der Neuzeit (Festschrift des Jüd,«Theologischen Se« minars Breslau, 1929, I, 97—251). Lewkowitz sieht nicht nur bei Pascal, 2 Heranzuziehen wäre auch aus 1001 Nacht die Geschichte vom Pferd aus Ebenholz, Chauvin, Bibliographie V, 221—231, Bolte«Polivka, Anmer« kungen II, 131—135 zu KHM 77a. 3 Eigentümlicherweise führt Blondheim die Sage vom Rattenfänger in Hameln nur aus Robert Brownings Ried Piper of Hameln an, nicht aus den deutschen Quellen.

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