Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 82 (1938)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Einige Neuerscheinungen über französisch-jüdische Beziehungen in Sprache und Schrifttum [Rezension]
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 133 (sequence 4)
- Language
- German
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Besprechungen 133 aus der altfrz. Übersetzung der astrologischen Werke Ibn Ezras an. Auch diese altfrz. Übersetzung hat Levy herausgegeben: The Astrological W o r ks of Abraham ibn Ezra. — Volume VIII of the John Hopkins Studies in Romance Literatures and Languages. Ibn Esras Werk wurde vom Juden Hagin ins Altfranzösische übersetzt, daraus ins Lateinische und ins Catalanische. Ibn Ezra nennt diese Krankheit, die Skrofeln, חזירים, im Ara« bischen heißt sie maradi ai«hanäzir, Schweinekrankheit, im Syrischen חזירתא♦ Auch in anderen Sprachen, im Armenischen, Russischen, Albanischen, Griechischen werden die Skrofeln nach dem Schwein benannt. Eine Geschichte der Heilkunde meint, es gäbe keine Krankheit von größerer ge״ schichtlicher Bedeutung als die Skrofeln. Die altfrz. Bezeichnung gourdon stellt Levy mit altfrz. goron, gourron Ferkel zusammen. Gourmon, meint Levy, dürfte für seine Übersetzung vom Juden Hagin gebildet sein. ★ 2. R. Levy ist heute der Nachfolger Blondheims an der Universität Baltimore. Die Reihe der Erforscher des jüdischen Altfranzösisch ist also nicht abgebrochen: was Arsene Darmsteter ruhmvoll begonnen, Brandin und Blondheim würdig fortgesetzt, das wird nun durch R. Levy ver« heißungsvoll weitergeführt. Er ist auch beteiligt an der Herausgabe des 2. Bandes der Raschi«G10ssen seines Lehrers. Dem bedeutsamen Werk geht voraus: ein Vorwort der Schwester und der Witwe, — ein zweites von Prof. Armstrong, das Curriculum vitae, welches Blondheim 1927 der Universität Oxford vorgelegt hatte; eine Bibliographie der Arbeiten Blondheims, die sich auf Französisch, Proven<palisch, Catalanisch, Spanisch, Portugiesisch, Italienisch, Rumänisch und natürlich auf Hebräisches und) .Jüdisches er« strecken1, — auch die Besprechungen der Werke Blondheims werden sorg« faltig verzeichnet; ferner eine Liste der gebrauchten Abkürzungen, die eigentlich der Bibliographie des einschlägigen Schrifttums gleichkommt. Der erste Band hatte 1102 Glossen aus Raschis (auch Raschbams) Talmudkommentaren geboten, zum allergrößten Teil Altfranzösische, doch zuweilen deutsche, mitunter italienische. Nun steckte sich Blondheim das fernere Ziel: I. die ältesten Fundstellen im Altfranzösischen nachzuweisen; + bedeutet, daß eine ältere Fundstelle als Raschi nicht nachgewiesen ist; II. weitere jüdisch«romanische Belege außer Raschi; III. Geschichte des Wortes in mittelalterlich«französischen Schriftdenkmälern. IV. Etymologie; Fortleben des Wortes in heute ge« sprochenen Dialekten. 1 Blondheim war durch George Al. Kohut auch für die von S. Krauss vorbereiteten Additamenta ad librum Aruch Completum Alexandri Kohut gewonnen, die 1937, also 3 Jahre nach Blondheims früh« zeitigem Ableben, erschienen. Doch glücklicherweise hatte Blondheim seine Beiträge schon 1933 veröffentlicht: Notes on the Italian Words in the Aruch Completum, so daß Krauss sie für die Additamenta ver« werten konnte. (Einleitung S. VI.)