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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1938-01-01 · Heft 2 · p. Seite 126

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
82 (1938)
Issue
Heft 2
Article
Beiträge zur Geschichte der Pharmazie bei den Juden
Date
1938-01-01
Page
Seite 126 (sequence 16)
Language
German
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126 Lavoslav Glesinger (1759), Jacob Lopes da Silva (1769), David Cohen (1778), Aron Lopes da Silva (1781) und Joseph Pollak (1788). Große Verdienste um die holländische Pharmazie erwarb sich der Amsterdamer Arzt Dr. Samuel Sarphati (1813—1866), der 1842 die Gründung der Niederländischen Gesellschaft zur Förderung der Pharmazie angeregt hat47. Weniger günstig waren die Verhältnisse in Österreich. Im Jahre 1750 verfaßte der einflußreiche Chef des Medizinalwesens Van Swieten eine Eingabe an die Kaiserin Maria Theresia, in der er u. a. vor der Verleihung des Apotheker- Privilegs an Juden warnt48. In einer Resolution vom 8. September 1753 wird daher ״den jüdischen Ärzten, Chirurgen, Apothekern, Badern und Hebammen die Ausübung ihres Berufes auch unter Juden verboten“49. Erst im Jahre 1822 wurde als erster jüdischer Lehrling Michael Perl in Zaleszesyki (Galizien) eingestellt und zum Subjekten ausgebildet. Aber nur mit großen Schwierigkeiten konnte er eine Konzession erhalten. Sein Vater, Joseph Perl, der Pionier der Aufklärung in Galizien, unternahm im Jahre 1830 eine Reise nach Wien, um das Apothekergewerbe auch den Juden zugänglich zu machen. Dies gelang ihm wohl nicht, aber durch einen besonderen Gnadenakt des Kaisers Franz wurde seinem Sohne Michael gestattet, die in Wien begonnenen pharmazeutischen Studien zu beendigen und ausnahmsweise in Tarnopol eine Apotheke zu eröffnen50. Die k. k. Hofkanzlei in Wien sah sich im Jahre 1829 sogar veranlaßt, durch ein eigenes Dekret die Juden von der Ausübung des Apothekerberufes: auszuschließen. Dieses Dekret wurde allen Provinzialverwaltungen bekanntgegeben und lautet in der Fassung des illyrischen Landes-Guberniums in Laibach folgendermaßen:51 47 Cohen: a. a. O׳. 48 G. Wolf: Studien zur Jubelfeier der Wiener Universität. Wien, 1865, S. 82. 49 K r a u s s: S. 75. 50 Pharmazeutische Post, 1892, S. 386 und 1900, S. 741. — Wurz« b a c h: Biographisches Lexicon des Kaiserthums Österreich. Wien, 1856—82. 51 Herrn Dr. L. Sik (Zagreb), der diese Kundmachung im Landesarchiv zu Laibach (Ljubljana) gefunden und mir bereitwilligst zur Verfügung gestellt hat, Sei auch an dieser Stelle gedankt.

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