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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1938-01-01 · Heft 2 · p. Seite 124

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
82 (1938)
Issue
Heft 2
Article
Beiträge zur Geschichte der Pharmazie bei den Juden
Date
1938-01-01
Page
Seite 124 (sequence 14)
Language
German
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124 Lavoslav Glesinger familien, unter denen die Familien Kisch und Jeitteles die bekanntesten sind. In einer unlängst erschienenen Arbeit von Guido Kisch44, einem Nachkommen der erwähnten Familie, finden wir eine Menge interessanter Einzelheiten über die Prager jüdischen Apotheker, von denen einige hier wiedergegeben werden mögen. Die Familie Kisch wanderte im 17. Jahrhundert aus Chiesch (Böhmen) nach Prag ein, wo sie bald bodenständig geworden war. Bekannt sind die Apotheker David und Jakob Kisdi und des letzteren Sohn Abraham (geb. 1725 in Prag). Als Nachfolger der Familie Kisdi übernahm Löbl Mischl Jeitteles später die Judenapotheke. Im Jahre 1700 wird noch ein Apotheker Hirschl Löbl (aus Fürth) und 1708 Wolff Löbl erwähnt. Da die jüdischen Apotheker ״zur Observierung guter Ordnung in genere artis suae der medizinischen Fakultät unterworfen waren“, konnten sie von diesem Forum auch für Kunstfehler verantwortlich gemacht werden. Kisch bringt in seinem Werk den Text mehrerer Urkunden, die sich auf jüdische Apotheker beziehen: einmal handelt es sidi um den jüdischen Apotheker Wolff Fürth, der wegen unberechtigter ärztlicher Tätigkeit angezeigt wurde, ein anderes Mal beschwerten sich die Juden wegen der zu hohen Arzneipreise usw. Das Gesuch der Juden, noch eine zweite Apotheke halten zu dürfen, wurde trotz des Ein- Spruches der christlichen Apotheker genehmigt. Die Prager Judenapotheker durften allerdings keine Arzneien an Christen verkaufen und keine christlichen Gehilfen anstellen. Die Judenapotheke war auch nicht approbiert, immerhin wurde sie aber von Zeit zu Zeit von Mitgliedern der medizinischen Fakultät visitiert. Innerhalb der Judenschaft genossen aber die Apotheker hohes Ansehen, — ihrem Range nach kamen sie gleich nach den Ärzten, wie dies auch auf einem alten Kupferstich ersichtlich ist45. 44 Kisch: Die Prager Universität und die Juden. Mähr.~Ostrau, 1935, passim. 45 Eine Reproduktion befindet sich im Jüdischen Lexikon, Bd. IV, S. 1079. Bei Kisch (a. a. O.) ist eine Beschreibung dieses Bildes, das den Prager Festzug von 1716 anläßlich der Geburt des Kronprinzen Leopold Johann Joseph d'arstellt. Der Apotheker David Kisch, der hinter den Ärzten

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