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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1938-01-01 · Heft 2 · p. Seite 118

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
82 (1938)
Issue
Heft 2
Article
Beiträge zur Geschichte der Pharmazie bei den Juden
Date
1938-01-01
Page
Seite 118 (sequence 8)
Language
German
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118 Lavoslav Glesinger ״De viribus herbarum“ von Macer Floridas, — die ״Simplicia“ des Ibn Wafid, — ״De simplici medicina“ von Mattheus Platearius, — eine Abharid״ lung des Joh. Paulinus über die Heilkraft der Schlangenhaut (מאמר בסגולות עור הנחש), — ein anonymes Werk über Abführmittel (״ — ,(ספר הכבוסי־םDe reme״ diis“ von Armen gaud! Blasii, — die ״Expositio in Antidotarium Nicolai“1 von Joh. de Sancto Amando, — die ״Simplicia" des Serapion, — die Materia medica des Avicenna (ספר סם חיים), das Werk des Bernard de Gordon über die Zubereitung der Arzneien (ספר המרקחת) u. s. w. Die jüdischen Apotheker standen im Mittelalter hoch im Ansehen: zahlreiche geistliche Machthaber hatten jüdische Apotheker-Ärzte, die sie nicht nur behandelten, sondern die auch die notwendigen Arzneien anfertigten26; im Jahre 1341 erließ die Avignoner Synode eine Verfügung, wonach die Versorgung mit Arzneimitteln bei jüdischen epiciers und apothicaires ausdrücklich gestattet wird27. Gegen Ende des Mittelalters gibt es schon überall jüdische Apotheker: in Deutschland und Frankreich, Spanien und Italien, und selbst in Rußland wirkte im 15. Jahrhundert ein jüdischer Arzt, der zugleich Apotheker war, namens Leon. Er wurde im Jahre 1485 unter Iwan I. hingerichtet28. Die jüdischen Apotheker kannten die Zubereitung der Antidota, Eniplastra, Kathartika, Unguenta, Kataplasmata, Epithemata und Olea, kurz aller Arzneiformen, die den Heilmittelschatz des Mittelalters bildeten und deren Zubereitung in allen Antidotarien beschrieben war. Ebenso wie bei den jüdischen Ärzten machte sich auch bei den jüdischen Apothekern das Bestreben geltend, den Beruf vom Vater auf den Sohn zu übertragen; auch in der Neuzeit blieben jüdische Apotheken durch mehrere Generationen im Besitze einer Familie. Auf pharmazeutische Betätigung weisen einige Familiennamen hin, so übersetzt. Es ist in diesem Zusammenhang bemerkenswert, daß letzterem die Erfindung einer Panazee zu geschrieben wird. 26 Schelenz: S. 363. — Erzbischof Bruno I. von Trier (gest. 1124) nennt seinen jüdischen Leibarzt Josua ״physicae artis eruditissimum, compotistam peroptimum“. K r a u s s: S. 28 — Auch Kaiser Konrad hatte 1024—1039 einen jüdischen Leibarzt, der ihm trotz des kirchlichen Verbotes Arzneien bereitete: Schelenz S. 321. 27 Andre״Pontier: LTiistoire de la Pharmacie. Paris, 1900, S. 81. 28 Schelenz: S. 443.

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