Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 82 (1938)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Beiträge zur Geschichte der Pharmazie bei den Juden
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 117 (sequence 7)
- Language
- German
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Beiträge zur Geschichte der Pharmazie bei den Juden 117 120 Arzneimitteln, Salben und Pflastern besprochen. Einige dieser Heilmittel entstammen der biblischen und talmudischen Materia medica, die Mehrzahl jedoch der griechischen und römischen Medizin. Steinschneider nimmt an, daß dieses Werk das Bruchstück eines größeren Antidotariums sei. Die pharmazeutischen Anweisungen, die Donnolo in dieser Schrift niedergelegt hat, sind die Frucht seiner vierzigjährigen Erfahrungen. Die medizinische Wissenschaft des Mittelalters erreichte in der medizinischen Hochschule zu Salerno (s. o.) ihren Höhepunki; hier entstanden die bedeutendsten medizinischen Schriften des Mittelalters. Auch an der Entwicklung der Arzneizubereitungskunst ging der Geist Salernos nicht spurlos vorbei. Die Salernitaner Pharmokopöe, das Antidotarium des Nicolaus Salernitanus, wurde für ganz Europa maßgebend und im Jahre 1238 schrieb Kaiser Friedrich II. allen deutschen Apothekern vor, sich streng nach dem Salernitaner Antidotarium zu richten. Nun war sowohl die Gründung als auch das Aufblühen der medizinischen Hochschule zu Salerno zum großen Teil ein Verdienst jüdischer Ärzte. Juden wirkten in Salerno als bedeutsame Lehrer der Heilkunde, ganz besondere Verdienste erwarben sie sich aber als Übersetzer medizinischer Werke. Einer der fruchtbarsten Übersetzer der Salernitaner Schule war der Jude Faradj ben Salim (Moses Farachi, Ferraguth, Farragius), der im Jahre 1276 in Salerno gewirkt hat. Im Aufträge seines Protektors Karl von Anjou, der ihn ״fidelis Judaeus66 nannte, übersetzte er zahlreiche arabische Werke ins Lateinische24. Außer medizinischen Werken wurden auch rein pharmazeutische ins Hebräische übersetzt, an erster Stelle das ״Antidotarium Nicolai66; von sonstigen Werken pharmazeutischen Inhalts führt Steinschneider, Hebr. Übs., noch folgende an: Die ״Simplicia“ des Dioscorid'es25, jahrhundertelang als der klassische Text der Pharmakologie betrachtet, — das botanisch~pharmazeutische Werk 24 W. Cohn: Jüdische Übersetzer am Hofe Karls I. von Anjou; o. Jg. 1935, S. 246. 25 Dioscorides wurde von Chasdai ihn Schaprut ins Arabische