Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 82 (1938)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Beiträge zur Geschichte der Pharmazie bei den Juden
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 114 (sequence 4)
- Language
- German
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114 Lavoslav Glesinger Apotheke nur denjenigen interessieren konnte, der für den Betrieb in der Apotheke selbst Interesse hatte. Steinschneider7 und Wüstenfeld8 kennen eine ganze Anzahl pharmazeutischer Werke der arabischen Schule, die von Juden verfaßt wurden: Bereits im 7. Jahrhundert verfaßte der jüdische Arzt Masarjawai zwei Abhandlungen über den Gebrauch;, die Wirkung und Nebenwirkung der Heilpflanzen. — Der berühmte Arzt Isaak Israeli (Isaak Judaeus) (9. Jhdt.) beschreibt in seinen Werken ״Viaticum“ (,,Führer der Ärzte“) und ״Liber Pantegni“ die einzelnen Arzneimittel und deren Wirkung. In der Münchner Staatsbibliothek befindet sich unter dem Titel אגורת הרפואות die hebr. Über« Setzung einer Materia medica von Isaak Israeli in 14 Abschnitten. — Mosche ben Elasar (10. Jhdt.), Leibarzt des Kalifen, verfaßte eine Kompi« lation über spezielle Heilmittel. — Abu al«Walid Merwan ibn D'schanah (11. Jhdt.), der berühmte Philologe und Arzt, verfaßte zwei Werke: eines über einfache Heilmittel und eines über medizinische Maße und Gewichte^ — Von Isaak ibn Beklarisch (12. Jhdt.) stammt eine Abhandlung über ein« fache Heilmittel und Ibn al«Muddawar (12. Jhdt.) wird als Autor einer Pharmakopoe angesehen, die anscheinend von David ben Salomon stammt. — Dem 13. Jhdt. gehört eine Schrift des Nathan ben Joel Falaqera an, die u. a. die Therapie, Pflanzen und Drogen behandelt, wobei sich der Verfasser der medizinischen und botanischen Ausdrücke des Talmuds bedient. — Aus derselben Zeit stammt ein ungemein populäres pharmazeutisches Werk des Arztes und Botanikers aus Kairo Cohen el Attar (Abu Manem ben Hafez Israeli Naruni). Dieses Werk wird als eines der besten arabischen Werke pharmazeutischen Inhalts bezeichnet9. Es ist in 25 Abschnitte ein« geteilt, von denen der erste einer pharmazeutischen Deontologie, die folgenden 20 den einzelnen Formen, der Medikamente und die Schluß« kapitel den Gewichten, dem Sammeln, Aufbewahren und Prüfen der Arz« neien gewidmet sind10. Auch das Antid'otarium des Rabbi Nethanel unter dem Titel ״’Akrabadin“ wird zu den besten Schriften dieses Faches gezählt11. und Sudhoff: Geschichte der Medizin. Jena, 1928. (Auf S. 158 Reproduk« tion der Abbildung.) 7 Steinschneider: Die arabische Literatur der Juden. Frankfurt, 1902. Derselbe: D'ie toxikologischen Schriften der Araber. (Virchows Archiv, 1871.) 8 Wüstenfeld: Geschichte der arabischen Ärzte und Naturforscher. Göttingen, 1840. 9 Sarton: Introduction to the History of Science II. Baltimore, 1931, S. 1097. 10 Schrutz: Die Medizin der Araber. In Puschmanns Handbuch der Geschichte der Medizin. I, Jena, 1902, S. 619. 11 S. K r a u s s: Geschichte der jüdischen Ärzte. Wien, 1930, S. 12.