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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1938-01-01 · Heft 2 · p. Seite 108

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
82 (1938)
Issue
Heft 2
Article
Der Begriff der Einheit in der Philosophie Gabirols
Date
1938-01-01
Page
Seite 108 (sequence 20)
Language
German
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IRI
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108 Abraham Heschel discreta, et forma discernens110; omnis differentia non est nisi per f'ormam111; differentia est forma112). Auf die Form geht also die Besonderheit, die Individualität einer Sache zurück, denn sie ist die substantielle Unterschiedlichkeit, die das Wesen einer Sache konstitui e r t113. Unter ״substantieller Unterschiedlichkeit“ versteht Gabirol diejenigen Eigenschaften, die das Wesen der Substanz, an der sie sind, zum Sein führt114, dasjenige, wonach man von einem Dinge urteilt, daß es das ist, was es ist115; das, wodurch sich eine Substanz von jeder anderen unterscheidet116. Deutlich geht aus diesen Thesen der innige Zusammenhang von Sein, Form und Unterschiedlichkeit oder Individualität hervor. In diese Reihe ist auch die Einheit einzufügen. Durch die Form erhält ein Ding seine Einheit und wird von einem anderen Ding unterschieden. Ein Ding, das nicht begrenzt ist, hat auch keine Form, durch die es eins und von anderem unterschieden würde117. Diese Verbindung, die Gabirol nicht weiter erläutert, ist durchaus begreiflich. Die Unterschiedlichkeit, in der das Besondere einer Sache, ihr Geschiedensein von anderen Dingen beschlossen ist, ist ein Attribut der metaphysischen Einheit. Die Form als das Prinzip der Einheit wird daher als Faktor der Unterschiedlichkeit angesehen. Wie wir aus der Entstehung der Veränderung wissen, ist die Differenzierung z. T. eine Wirkung der Materie; insofern ist auch die Materie als Faktor der Unterschiedlichkeit anzusehen. Die Veränderung und die Unterschiedlichkeit selbst ist die Form. Denn die Materie ist nichts als ein Substrat, die Differenz aber eine Bestimmung, die der Materie von seiten 110 V 23, p. 299, 20. 111 III 39, p. 169, 1. IV 2, p. 215, 5. 7. 112 V 8, p. 270, 8. 113 V 5, p. 264, 19. Auch nach Alfarabi fällt die Individualität mit der Existenz zusammen, Horten, Das Buch der Ringsteine Alfarabis, S. 10 ff. 114 IE 37, p. 162, 21. 115 V 5, p. 292, 20. Der Satz: et per quam invenies quid veri vel falsi est in altera oppositorum — fehlt bei Falaquera. 116 V 5, p. 292, 22. 117 IV 6, p. 224, 2.

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