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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1938-01-01 · Heft 2 · p. Seite 107

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
82 (1938)
Issue
Heft 2
Article
Der Begriff der Einheit in der Philosophie Gabirols
Date
1938-01-01
Page
Seite 107 (sequence 19)
Language
German
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Der Begriff der Einheit in der Philosophie Gabirols 107 änderung der Form die qualitative Verschiedenheit, dagegen die durdi die Materie bewirkte Differenzierung der Form auch die quantitative Vielheit zur Folge hat108. Die für sein System entscheidend wichtige Auffassung der Materie als des gleichen allen Dingen zugrundeliegenden Substrats erfordert, daß die Verschiedenheit nicht ihr, sondern der Form entspringt. Die Vielheit dagegen muß in der Materie selbst begründet sein, denn gleichbleibend kann die Materie nur sein, wenn sie quantitativ teilbar ist, da sie auf diese Weise als eine und dieselbe Materie in den vielen Dingen bestehen kann. Wäre sie nicht teilbar, dann müßte man eine Vielheit von Materien annehmen. Ist sie aber teilbar, dann muß sie als Ursache der Vielheit angesehen werden. Es erscheint als Inkonsequenz, wenn Gabirol gelegentlich von der Verschiedenheit der Materie spricht. Dies läßt sich wohl mit der dialektischen Struktur der Materie und Form erklären, infolge deren die Materie im Verhältnis zu dem ihr übergeordneten Seienden eine Form und als solche wieder mannigfaltig ist. Die Indifferenz der Materie ist auf diese Weise nur in einer Sphäre gegeben. Die Mannigfaltigkeit des Seienden ist überhaupt nur durch die verschiedenen Grade der Entfernung der Materie und Form von ihrem Ursprung zustandegekommen. So gesehen, muß man von einer Verschiedenheit der durch alle Sphären sich ausbreitenden und auch als Form wirkenden Materie sprechen. 13. Das Wesen der Unterschiedlichkeit. Worin besteht das Wesen der durch die Differenzierung entstandenen Differenz, der Unterschiedlichkeit an den Dingen? Die Form bezeichnet Gabirol als dasjenige, wodurch ein Ding sich vom anderen unterscheidet109. Die Materie ist das Unterschiedene, die Form das Unterscheidende (materia est 108 Diversitas et di! visio quae accidit formis non est propter formam in se ipsa, sed propter materiam quae eas sustinet. IV 14, p. 243, 10. Vgl. auch folgende Ausführung: a) unde multiplicatur numerus formarum propter multiplicationem eius et, b) variatur propter diversificationem eius. causa autem in hoc est a) quia ipsa vestit materiam, et b) elongatur ab origine unitatis, IV 19, p. 252, 6. 100 I 3, p. 5, 28; III 20, p. 125; 2; V 23, p. 299, 20. 8*

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