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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1938-01-01 · Heft 2 · p. Seite 94

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
82 (1938)
Issue
Heft 2
Article
Der Begriff der Einheit in der Philosophie Gabirols
Date
1938-01-01
Page
Seite 94 (sequence 6)
Language
German
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94 Abraham Heschel Grunderkenntnis wurde33, stellt die Voraussetzung für die weiteren Bestimmungen der Einheit — insbesondere über die Seinsverleihung an die Vielheit, worin die Seinspriorität der Einheit zum Ausdruck gebracht wird — dar. 3. Die Vielheit ist das Abgeleitete. Auch die Uniergeordnetheit der Vielheit ist eine für die Klärung des Problems notwendige Feststellung; die Überlegenheit der Einheit in der Ordnung des Werdens bedingt die Überlegenheit der Einheit in der Ordnung des Seins. Diese Untergeordnetheit wird durch eine Behauptung wie multa sunt ex uno34 gefordert. h) Der Zusammenhalt des Seienden. Als weitere Funktion der Einheit wird genannt: et retinens illam. In der Natur der Materie liegt es, sich zu vervielfältigen und zu teilen. Es muß daher eine Kraft geben, die dieser Zerstreuung entgegenwirkt und durch welche die Materie geeint, zusammengehalteü und zusammengefaßt werden soll. Diese Kraft ist in der Einheit beschlossen35, die daher als retentrix omnium bezeichnet wird36. Die Form als eine von der ersten Einheit erwirkte Einheit ist es daher, die die Materie hält und vollendet, indem sie nämlich das Wesen dessen, worin sie ist, sammelt und es einigt, d. h. indem sie es zusammenhält, daß es sich nicht zerstreut und vervielfältigt37. Bedenken wir ferner, daß alle vielheitlichen Dinge sich zu vereinigen streben, so geht auch daraus hervor, daß die Materie, welche alles trägt, eine sein müsse, denn die vielen Teile würden nicht ihre Vereinigung erstreben, wenn das Ganze, das sie umfaßt und zusammenhält, nicht eines wäre38. Das Streben nach Vereinigung wird hier nicht als Produkt der Materie an sich, sondern der in der Materie zur Wirkung gelangten transzendentalen Ein he i t39. 33 Plotin, Enn. III, 8, 9. V, 1, 6. 34 m 32, p. 154, 8. 35 V 39, p. 327, 26. 36 V 31, p. 315, 20. 37 IV 13, p. 240, 10. Vgl. II 23, p. 67, 10. V 26, p. 305, 24; c. 39, p. 327,23. 38 IV 10, p. 232, 13. 39 Jacob Guttmann, Die Philosophie des Salomon ihn Gabirol, Göt״ tingen, 1889, S. 228, Ä. 4, sieht zu Unrecht einen Widerspruch zwischen dieser Behauptung und den Ausführungen über das Streben der Materie, sich zu teilen und zu vervielfältigen.

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