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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1937-01-01 · Heft 6 · p. Seite 505

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
81 (1937)
Issue
Heft 6
Article
Quellen und Motive der Staats- und Gesellschaftsauffassung des Don Isaak Abravanel
Date
1937-01-01
Page
Seite 505 (sequence 10)
Language
German
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Quellen d. Staats״ u. Gesellschaftsauffassung Don Isaak Ahravanels 505 ,Reiches6, denn wäre nicht die Furcht vor ihm, würde einer den andern lebendig verschlingen46. Das klingt sehr ähnlich der beträchtlich jüngeren Darstellung des Irenäus47, Gott habe dem Menschen, der keine Gottesfurcht (mehr) kannte, Menschenfurcht auferlegt; das ״irdische Reich66 sei zum Nutzen der Heiden von Gott eingesetzt, damit die Menschen von Ungerechtigkeit abgeschreckt werden und nicht einander wie die Fische verschlingen48. Aber R. Chanina spricht nicht vom Staate als solchem, nicht einmal wie Irenäus vom heidnischen Staat, sondern von dem verhaßten Römerreich49, dessen Herr- Schaft er gleichwohl als religiös-sittlich notwendig rechtfertigen will, und er setzt offenbar keinen Sündenfall voraus, wie Irenäus, sondern die menschliche Veranlagung, wie sie eben ist. Von hier ist ■nicht, weit zu der positiven Wertung durch R. Simon b. Lakisch50, das irdische Reich sei ״sehr gut66, weil es das Recht der Menschen einfordert. Nicht so grundsätzlichen Erwägungen dürfte die zu verschiedenen Zeiten ausgesprochene Abneigung oder Warnung entspringen, in den Dienst selbst des jüdischen Staates zu treten51. Diese Warnung, die Abravanel auf Grund seiner eigenen Erfahrungen sehr nachdrücklich aufnimmt62, dürfte weniger der im frühen Christentum53 vorherrschenden Befürchtung entsprungen sein, unmittelbar zu einer Übertretung des Religionsgesetzes gezwungen zu werden, da sich diese vielfach vermeiden ließ; sie entsprang einerseits allerdings der Befürchtung, im Dienste des irdischen Königs Eifer und Möglichkeit zum Dienste des himmlischen zu verlieren und in seinem Glauben Schaden zu leiden54, andererseits machten die 47 Contra haereses V 242 (Migne PG VII 1187). 48 Vgl. b. Ab. z, 4a zu Hebakuk 11«. 49 Oder allenfalls von den herodianischen Herrschern von Roms Gnaden. Vgl. Frankel, Darche ha~Mischna S. 60. 50 Ber. R. 913 (zu 131), Jalkut zu Jes 4512, vgl. Bacher, Agadä der pal. Amoräer I 372. 51 M. Abot I 10 und Kommentare, auch H 3. 52 Z. St., vgl. Baer S. 253. 63 Vgl. Troeltsch S. 111, Hergenröther S. 425. 54 R. Jona, Matm., Magen Abot, Obadja Seforno u. a. zu Abot I 10. Eine ähnliche Begründung auch bei Origenes, Contra Celsum VIII 75 (Migne PG XI 1629). Monatsschrift, 81. Jahrgang: 33

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