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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1937-01-01 · Heft 6 · p. Seite 499

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
81 (1937)
Issue
Heft 6
Article
Quellen und Motive der Staats- und Gesellschaftsauffassung des Don Isaak Abravanel
Date
1937-01-01
Page
Seite 499 (sequence 4)
Language
German
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Quellen d. Staats״ u. Gesellschaftsauffassung Don Isaak Abravanels 499 vielmehr mir ihr gerechter und geziemender Gebrauch vorgeschrieben worden, ebenso wie beim König tu m18, aber das war nur ein Zugeständnis an die Gewohnheit, denn in der Wüste habe Gott nur für ihre natürlichen Bedürfnisse gesorgt. In gewagter Umdeutung eines Midrasch19 geht Abravanel dann so weit, es naturwidrig zu nennen, daß ein Mensch über den anderen herrschen will20. Die ״künstliche Verbindung und Einheit durch staatlichen Zusammenschluß“21 als eine der Sünden eines Geschlechts, das nach der Sintflut ״ein Volk in natürlicher Einheit“ war — auch hier überrascht vor allem die Schärfe der Formulierung (die in der wortreichen Ausführung weniger hervortreten mag). Denn der Gedankengang selbst, wenngleich ungewöhnlich im jüdischen Schrifttum, wird die scheinbar notwendige Konsequenz verschiedener Vorstellungsreihen sein, über deren Herkunft im einzelnen allerdings nicht leicht eine bestimmte Vermutung auszusprechen ist. Es bedarf keiner Feststellung, daß seine Auffassung in schroffem Widerspruch steht zum Ccpov tzoXizikov und der Staatslehre des Aristoteles, der Stoa, der hochmittelalterlichen Kirche. Epikur, der die weder notwendigen noch natürlichen Begierden als leeren Wahn kennzeichnete und zu ihnen Ehrenkränze und Bildsäulen rechnete22, auch als Vater des Gedankens vom (״künstlichen“) Gesellr schaftsvertrag gilt23, steht freilich zeitlich und in seiner ethischreligiösen Haltung sehr weit ab. Eben darum wird man die Kulturkritik Abravanels nicht leicht eine Vorwegnahme Rousseauscher Ideen nennen. Ibn Tofails Roman Hayy ben שיתנהגו באותם הדברים המלאכותיים בכף היושר ובדרך נאד לא מגונה והיה;זה 18 Das. 50b כענין המלך שהיה נמאס ענינו בעיני השם אבל כאשר ראה שעכ״ם יבחרו בו צוה וגו׳ 19 b, Sanh. 109a. 20 A. a. O. 50c. והאופן הג'מהמלאכות הם ההפכיות והמנגדות לטבע כהשלכת האבן למעלה והורדת האש למטת וכזה גם כן באנשים בקשת השררות אלו עם אלו והשתעבד אלו לאלו לפי שהטבע עשה את בגי אדם חורין ושווים בתולדותם 21 Das. 50a: ...ובקשו לעשות חברה ואחדות מלאכותי בקבוץ המדיני 22 Glosse bei Diogenes Laertius X 149 (Nr. 29), vgl. Überweg, Gesch. der Philosophie I11 S. 479, 481. Vgl. Diog. La. X 144 (Nr. 15) mit Abravanel zu Gen 118 (51a) ההכרתי הטבעי מספיק מאד והמלאכותי אין לו גבול ותכלה 23 Diog. Laert. X 150 (Nr. 31 ff.), dazu Windelband~Heimsoeth, Gesch. der Philos. 13 S. 145.

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