Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1937-01-01 · Heft 6 · p. Seite 498

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
81 (1937)
Issue
Heft 6
Article
Quellen und Motive der Staats- und Gesellschaftsauffassung des Don Isaak Abravanel
Date
1937-01-01
Page
Seite 498 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
88% known words query
IRI
…/2829132-2830023-2830030-2841003--55052-2841065
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

498 Herbert Finkelscherer ausleger* 11 und Exegeten wie Kimdii und Nadhmani12. Da der Text diese Auffassung nahelegt, ist damit noch keine ablehnende Stellungnahme zum Königtum im allgemeinen gegeben. Schon hier formuliert Abravanel viel betonter, wenn er sagt, daß bis dahin die Menschenkinder alle gleich waren, Kinder eines Mannes, und Nimrod der erste war, der sich über seine Zeitgenossen zum König aufwarf18. Aber jene Zeit ist die Zeit des Turmbaues von Babel (auch das ist bei Kimchi wie bei den Kirchenvätern schon angedeutet14), also hat das Königtum irgendwie teil an jener Sünde. Denn welches war die Sünde des ״Geschlechts der Zerstreuung‘6? Daß sie15 nicht mit dem Überfluß der notwendigen, natürlichen Dinge sich begnügten und sich auf seiner Grundlage der Vervollkommnung ihrer Seele widmeten (להתעסק בשלמות נפשם), sie setzten vielmehr ihr ganzes Trachten darein, die ״Kunstfertigkeiten66 des Städtebaus zu erfinden (למצא המלאכות בבנות עיר), wollten aus ״Leuten des Feldes66 ״Polismenschen66 werden, weil sie im gesellschaftliehen Zusammenschluß ihre Zweckbestimmung sahen16; daran knüpften sich Namen, Ämter, Herrschaft, eingebildete Ehren — und alle jene Laster, die das Leben auf dem Felde nicht kennt. Cham und seine Söhne (zu denen ja Nimrod gehört!) waren jetzt die Anstifter, die sie verleiteten, den ״überflüssigen. Kunstfertigkeiten66 nachzugehen, wie es einst die Sippe des Städtebauers Kain gewesen war. An diesen neuen überflüssigen Dingen, an denen jeder sein besonderes Eigentum haben wollte, sei dann auch die Sprachentrennung entstanden17. Israel seien all diese Dinge nicht verboten worden, Spätere bei Hergenröther, Kath. Kirche und christlicher Staat, Freiburg1872 ־, S. 461 f., vgl. Decretum Gratiani d. 6 c. 3. 11 Firke de R. Eliezer Kap. 24, das. 11 als 1. Weltherrscher. 12 Zu Gen 10s f. Schon zugespitzter bei R. Levi b. Gerschon. 13 Genkomm. z. St. (edv Ven. 1579 fol. 49a) שעד אותו הזמן היו בני האדם כלם שוים במעלתם להיות[ם] כלם בני איש אחד. ונמרוד זה התחיל להתגבר ולמלוך על אנשי דורו" 14 Seine ausdrückliche Verknüpfung mit dem Namen Nimrods, die auch bei Abravanel fehlt, geben Josephus Ant. I 4 § 113 und Pirke de RE 24. 15 Genkomm, zu 11 (50a). 10 Das. ולעשות עצמם מדיניים תחת היותם בני שדה בחשבם שהתכלית המיוחד להם היה הקבוץ המדיני להתמשך ביניהם השתוף והחברה 17 Das. 50b, d.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.