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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1937-01-01 · Heft 6 · p. Seite 483

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
81 (1937)
Issue
Heft 6
Article
Der Dichter Salomo ben Meschullam Dapiera und die Frage seines Glaubenswechsels
Date
1937-01-01
Page
Seite 483 (sequence 3)
Language
German
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Der Dichter Salomo ben Meschudlam Dapiera 483 kännten. Buhlerin, die Harfe nimm, die Stadt durchstreife, viel Lieder bring7 — vielleicht wird man dir’s lohnen P Dapiera, auf Jes 2315_16 anspielend, gibt eine traurige Veränderung zu, die mit ihm vorgegangen und ihm die Freunde entfremdet habe. Sein Adressat geht auf den derben Vergleich ein, spricht von einem Abfall von Gott, und verlangt von dem 70jährigen Dichter neue Gesänge; dann stellt er eine Erhörung der halb ausgesprochenen Bitte in Aussicht. Kaminka wollte seine Entdeckung nur mit Vorbehalt aufgenommen wissen. Er wies in derselben Anm. darauf hin, daß lt. הצפירה Heft 271 in Holland nodi heute eine Familie von Viejira als jüdisch-spanischer Abkunft bekannt sei; ferner ein portug. Feldherr, der in Brasilien kämpfte, endlich ein hoher portug. Geistlicher daselbst, Missionsprediger und Schriftsteiler, den Namen Vieira, anklingend an Dapiera, führten; er zog aber keine sicheren Schlüsse daraus. Erst Fritz Baer kam in Verfolg von Vorstudien zu seinem Werke: ״Die Juden im christl. Spanien“ Bd. I, 1. Teil 1929, erneut auf unsere Frage zurück. Ihm schien insbesondere das Zeugnis des Dichters Salomo Bonfed den Abfall Dapieras zu beweisen. Wieder war es Kaminka, dem wir eine genauere Kenntnis Bonfeds und Proben seiner Dichtungen verdanken. Sie finden sich in Brainins ממורח וממערב Wien 1895; sodann in הצופה לחכמת ישראל Budapest, Jahrg. 10 (1926) und 12 (1928). Alles aber, was sie und andere Bonfed-Funde bisher auf weisen, geht nicht über poetische Anspielungen hinaus. Dennoch gelangte Baer S. 798, zugleich unter Bezugnahme auf obigen Strophenwechsel, zu der Überzeugung, ״daß auch am Übertritt Dapieras nicht länger zu zweifeln sei.“ Dagegen versuchte Dr. Sch. Bernstein, der mit dem Studium einer Hs. von Dapieras Diwan beschäftigt war, im ההד Jerusalem, Tischri 5695 — 1934, in einem Aufsatz על המרת־דתו הבדויה של המשורר ר׳ שלמה דאפיירה Kaminkas und Baers Argumente zu entkräften; er gelangte zu einem völligen Freispruch Dapieras. Um Sicherheit über die textliche Beschaffenheit des Strophen-Austauschs zwischen Dapiera und Vidal zu erlangen, ersuchte ich Mr. I. Leveen vom Department of Oriental printed books and Manuscripts Brit. Museum, London.

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