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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1937-01-01 · Heft 5 · p. Seite 447

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
81 (1937)
Issue
Heft 5
Article
Jüdisches in der Sisic-Festschrift [Rezension]
Date
1937-01-01
Page
Seite 447 (sequence 3)
Language
German
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Besprechungen 447 Im Aufsatze ״Über die Tortur in Dubrovnik“ erwähnt P. Popovic auch den bekannten Ritualmordprozeß gegen Isaak Jesurun vom J. 1622 in Dubravnik. Aus dem hier und in Rad jugoslovenske akademije 115 (1893) S. 200 angeführten Material1 * * * * sieht man, daß! man im Falle Jesurun unerhört grausame, sonst nicht übliche Torturmittel angewandt hat. Die Erklärung ist darin zu suchen, daß die Gerichte überall gegen Juden schärfer und rücksichtsloser vorgingen6. Zwei bisher unbekannte, von Varazdiner Juden stammende Schriften fand der Zagreber Germanist S. Tropsch: Nr. 17 Eine Huldigung an den Grafen J. N. Erdödy .... am 11. August 1834’... dargebracht von Joseph Leitner, der dasigen hebräisch«deutschen Lehranstalt Vorsteher und Nr.. 19 Eine Predigt vom 19. April 1838 am Geburtstage Ferdinand des V. von I. S. Hirschenstein Local-Rabbiner7. > ' S. Krauss, Rosanes«Festschrift, Sofia 1933 S. 56 diese Frage behandelt und behauptet, daß diese Juden nur aus Budapest stammen. Ich kann hier darauf nicht näher eingehen, bemerke nur, daß der Bericht Belons von Krauss nicht berücksichtigt worden ist. Die Glaubwürdigkeit der Balkan« reisenden wird neuerdings von I. S. Emmanuel, Histoire des Israelites de Salonigue, Paris 1936, 115 und a. a. O. nachgewiesen. 6 Vgl. O. Faust, Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslovakei, 3. Jahrg., Heft 1, S. 2. Die Literatur über den Fall Jesurun ist in E. J. s. v. Jesurun angegeben. Zu ergänzen ist S. Cerva, Metropolis Ragusina t. I pars IV p. 286 ff. In der Arbeit von A. G. Raz« nacic, Processo d’ Isach! Jesurun nel 1622 (Gelcich, Bibliotheca storica della Dalmazia, Ragusa 1882, 61 ff.) ist eine italienische Übersetzung des hebräi« sehen Berichtes über den Prozeß abgedruckt (der hebr. Bericht ist unter dem Titel מעשה ישורון als Beilage zu זקן אהרן und שמן הטוב Venedig, 1657, er« schienen). Steinschneider, Geschichtsliterätur der Juden, 1905, 114 spricht von einer ״angeblichen“ italienischen Übersetzung, vgl. noch MGWJ 43 (1899), 321. Der Vergleich der beiden Texte zeigt aber, daß es sich wirk« lieh um eine Übersetzung handelt, und somit wird die Annahme M. Grün« walds, Jüdisches Centralblatt, 1883, 35 (mir leider nicht zugänglich) be« stätigt. Auch das Gedicht אין כאל ישורון ist wortgetreu übersetzt. Das der Geschichte beigegebene Schlußwort (beginnt mit הדור אתם) weicht aber vom betreffenden Abschnitt der italienischen Fassung ab. Nur befindet sich gleich am Anfang eine Fußnote (Kaznacic vermerkt: N. della originale), die ich im hebräischen Texte nicht gefunden habe. Eine neue Untersuchung über den Prozeß wäre nötig, denn die von F. Krones, Jüdisches Literaturblatt, 1884, 115 aufgeworfenen Fragen harren noch immer einer Lösung. Daß die spanische Version keine Übersetzung ist, hat C. Roth nachgewiesen, s. E. J. unter Jesurun. 7 Bei Tropsch irrtümlich Hirschfeld. In Varazdin, einer der ältesten Gemeinden in Kroatien, haben jüdische Familien, trotz des Gesetzes v. 1729^ seit 1772, nach einem Dokument sog'ar vor 1771, ständigen Wohnsitz gehabt.

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