Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 81 (1937)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Jüdisches in der Sisic-Festschrift [Rezension]
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 446 (sequence 2)
- Language
- German
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446 Besprechungen jüdischen Werber kamen oft in Konflikt sowohl mit den Auftraggebern als auch mit den Behörden,, da die Werbung grundsätzlich verboten war. So wurden bereits im Sommer 1733 der Jude Löbl und sein Gehilfe fest« genommen. Dasselbe widerfuhr den Juden Bürgl und Joel. Erwähnt werden noch der Jude Marcus Maier Deitz und Hirsche! Mayer aus Wien, Beauftragter des Kronprinzen in finanziellen Angelegenheiten* * 3. Der Grazer Slavist J. Matl schreibt einen Teil der in den ״Grenzboten“ anonym erschienenen Aufsätze vom J. 1849 dem jüdischen Arzt Dr. Siegfried Kapper zu, der zu den besten mitteleuropäischen Kennern und den bedeutendsten Verbreitern der Kenntnis von jugoslavischen Dingen gehörte4. Auf einer Orientreise, welche den französischen Dichter Lamartine auch nach Serbien führte (August 1833), machte er über die dortige jüdische Bevölkerung folgende Beobachtung (nach E-. Haumant S. 20): Dans les villes, il y a des marchands juifs (Spannioli) .... meme les Spanioli-religion mise ä part-ils se serbisent, du moins par les sentiments5. Gründen nicht identisch sein. Herr Dr. L. Lewin, Breslau, verweist mich noch auf ZGJD II 184, wo Mayer Ries als Werber genannt wird; seine Privilegien stammen von F. Wilhelm I. (1734 und 1735). 3 Befaßt sich 1734 mit Werbung, kann daher mit Samuel Bürgl, M. Grunwald, Samuel Oppenheimer und sein Kreis, Wien 1913, 311 nicht identisch sein, da der letztere bereits 1726 stirbt. Ein Meier Deitz wird dorts. S. 42 genannt, nur ist imir unbekannt, in welchem Verwandtschaftliehen Verhältnis unser Deitz zu ihm steht. Einen Hirschei Mayer kennt auch Grunwald S. 314, vielleicht ist aber unser Hirschei M. identisch mit dem bekannten Wiener Bankier (Grunwald S. 372; Wolf, Geschichte der Juden in Wien, 1876, 63 ff. und MGWJ XLI 365 Note 5)1 identisch. Dieser Bankier heißt aber Mayer Hirschll Herr Dr. L. Moses, Wien, welcher mich auf das Werk von Grunwald aufmerksam machte, bezweifelt die Identifizierung. 4 Die Literatur über S. Kapper ist bei L. Sik, Jüdische Ärzte in Jugoslavien, Osijek 1931, 33 ff. zusammengestellt Zu ergänzen ist J. Matl, Nastavni vjesnik XXXVI 185 ff.; s. auch Jevrejski narodni kalendar 1936/7, Seite 64. 5 Vergl. I. Alkalaj, Jevrejski Aämanah IV 33; allgemein orientiert I. Slang, Die Juden in Belgrad, 1926. Obwohl die Berichte Balkanreisender über Juden oft nur allgemeiner Natur sind, vgl. G. Schwarz, Berichte des Landesarchivs, Zagreb 1908, 210, so stoßen wir doch auf wichtige Bernerkungen, die von der Forschung beachtet werden müssen, so die von Belon, französischem Reisenden vom J. 1547, daß die Türken heimkehrend von einem Kriege mit sich Juden aus Budapest und Stuhlweissenburg mitführten und sie in Cavale ansiedelten, P. Matkovic, Rad 62 (1882), 82. Die Zahl der Juden wird mit 500 angegeben. Diese Nachricht wird von Samuel di Medina, Responsen, Jore Dea 40 bestätigt. Allerdings heißt es dort, daß die vom Sultan mitgebrachten Juden sich zunächst in Sofia ansässig machten, später erst nach Cavale gingen. Nachträglich sehe ich, daß