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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1937-01-01 · Heft 5 · p. Seite 421

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
81 (1937)
Issue
Heft 5
Article
Neue Beiträge zur Geschichte der Juden Baghdads im islamischen Mittelalter
Date
1937-01-01
Page
Seite 421 (sequence 6)
Language
German
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Neue Beiträge z. Geschichte d. Jüd. Baghdads im islam. Mittelalter 421 Der Grund seines Übertritts zum Islam wird in unserer arabischen Quelle ausführlich geschildert und folgendermaßen motiviert12: ״Er beabsichtigte, das Heiligtum ahGharwi in Baghdad zu besuchen, und als er in das Innere der Grabstätte eintreten wollte, mit seinen Schuhen an den Füßen, traten ihm die Sayidi und die Aschräf (Nachkommen von Muhammed) entgegen und verweigerten ihm den Zutritt. Da sprach Sadid ad~Daula (der Jude) zu ihnen: ,Nach Eurer Religion ist doch mein Fuß un״ reiner als mein Schuh, und wenn ich mit Schuhen hier eintrete, ist es doch besser als barfüßig'. Er trat daraufhin in das Innere ein. Auf dem Grab lag ein Koran, vom Imam geschrieben, und als Sadid ad-Daula den Koran öffnete, lautete die erste Zeile, auf die sein Blick traf: ״Ziehe Deine Schuhe aus, denn in heiligem Tale bist du ...(Sura 20, 12). Da ging er schnell hinaus, zog seine Schuhe aus und bekehrte sich zum Islam ....V Nach dem Bericht des Abu’l-Fidä’ (a. O. IY 113) soll sich mit Sadid ad-Daula ein großer Teil der oberen Kreise der Baghdader Judenheit zum Islam bekehrt haben. Sadid ad-Daula scheint eine besondere Vorliebe für große Bauten gehabt zu haben. Noch als Jude errichtete er, wie die Quellen zeigen, ein Mausoleum für sich, das allerdings zerstört wurde. Als Muslim betätigte er sich weiter auf diesem Gebiet, und nach Abul-Fidä’ half er nicht nur mit, Kirchen in Gebetsstätten für Muslims zu verwandeln, sondern begann mit dem Bau einer Moschee im Darb ad-Dinär, die besonders groß und eindrucksvoll war. Bei seinem Tode hinterließ Sadid ad-Daula großen Reichtum seinen beiden Söhnen David und Mas6üd. Doch David starb bald darauf, so daß Mas ud in den alleinigen Besitz all der Reichtümer kam. 3. Dieser Mas6üd b. Sadid ad-Daula scheint damit zugleich auch den Rang, den sein Vater in der islamischen Gesellschaft Baghdads jener Zeit innegehabt hatte, geerbt zu haben, denn er wird als einer ״von den Großen Baghdads66, einer ״von den Vornehmen des Landes66 hervorgehoben. Die Quellen lassen erkennen, daß die Vorliebe des Vaters für religiöse Bauten auch auf den Sohn übergegangen ist. 12 Ta rlkh al~Ghijäthi Ms. fol. 183/185.

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