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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1937-01-01 · Heft 5 · p. Seite 415

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
81 (1937)
Issue
Heft 5
Article
Die hebräischen Intonationen in B. Marcellos Estro poetico-armonico
Date
1937-01-01
Page
Seite 415 (sequence 23)
Language
German
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Die hehr. Intonationen in B. Marcellos Estro poetico-armonico 415 Jahrhundert. Dieses Ergebnis kann uns nicht besonders überraschen. Denn die mozarabisch-katholische Liturgie war im 14. und 15. Jahrhundert längst außer Gebrauch und durch die Araber völlig verdrängt während der Gregorianische Choral zur selben Zeit eine durchaus beherrschende Position in der mittel- und südeuropäischen Musik einnahm und bis ca. 1700 auch behielt. Ziehen wir ferner das dem Ghetto eigene langsame Tempo der Anpassung an die Umwelt in Betracht, so kann es uns nicht wundernehmen, daß von Formen und Weisen, wie sie zu Marcellos Zeit ״modern66 waren, sich noch gar nichts vorfindet, vielmehr die in den jüdischen Weisen auftretenden italienischen Elemente schon ca. 100 Jahre vorher ihre Hochblüte erreicht und z. T. sogar schon überschritten hatten. Analoge Feststellungen hinsichtlich der ״Unmodernität66 der Ghettojuden (z. B. in der Literatur und Philosophie) sind ja allgemein bekannt. Ziehen wir schließlich das Fazit der vorliegenden Untersuchungen, so lassen sich folgende Ergebnisse festhalten: I. Die deutsch-jüdischen Weisen haben durchweg marschartigen Charakter; die spaniolischen neigen mehr zum Tanz oder ariosen Rezitativ. II. Nur die deutsch-jüdischen Weisen sind gelegentlich vom katholischen oder protestantischen Choral inspiriert. III. Allen Melodien ist mehr oder weniger die Vorliebe für ornamentale Schnörkel eigen; auch den typisch marschartigen. Es ist dies ein Beweis für die von Idelsohn aufgestellte These, daß gewisse prinzipielle Eigenheiten allen von Juden v er wendeten Melodien■ (gleichviel, aus weicher Zeit und welchem Land sie stammen) zugründe liegen. IV. Die spaniolischen Weisen zeigen noch deutliche Spuren vom Konstruktionsgesetz der arabischen Maqamen. V. Soweit italienische Formen verwendet wurden, stammen sie nicht mehr aus der Zeit Marcellos, sondern liegen durchschnittlich um. 100 Jahre zurück.

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