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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1937-01-01 · Heft 5 · p. Seite 401

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
81 (1937)
Issue
Heft 5
Article
Die hebräischen Intonationen in B. Marcellos Estro poetico-armonico
Date
1937-01-01
Page
Seite 401 (sequence 9)
Language
German
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Die hebt. Intonationen in B. Marcellos Estro poetico-armonico 401 ״Das vorliegende Werk ist eine dichterische Paraphrase über die Psalmen, d. h. eine poetisch ausgeschmückte und erweiterte Aus►* deutung, gegründet jedoch auf die Interpretation der heiligsten Kam״ mentatoren . . . .“ Es folgen im Verlauf einige Bemerkungen über den jüdischen Gesang in der Bibel, wobei das Lied am Schilf meer, die Organisierung des Tempel״ gesanges unter David und seine Psalmenkompositionen erwähnt werden, Asaf, Heman und Jeduthun werden als Chor« und Orchesterdirigenten be« zeichnet, von 24 instrumentalen und vokalen Chören wird gesprochen; M. geht dann kurz auf die wichtigsten Tempelinstrumente ein. Von diesen ordnet er — ziemlich willkürlich — den Kinnor den Söhnen Jeduthuns zu, den Nabal oder Psalter den Söhnen Asafs, die ״Mezilo«Thaim“ oder Glocken den Söhnen Hemans. M. verbreitet sich dann über die jüdischen Auffüh« rungspraxis zur Zeit des 1. Tempels, wobei er neben vielen Konjekturen, auch die — wohl richtige — Behauptung aufstellt, daß es sich dabei weit weniger um Solo« als um Volks״ und Massensang gehandelt habe. Dann kommt er wieder auf sein Werk zu sprechen und fährt fort: ״In einigen Fällen, nie aber dort, wo ein Psalm vollständig für 1 oder 2 einfache Stimmen komponiert wurde, sind von mir Rezitative angeführt worden, um den Hörern ein mannigfaltiges und ange« messenes Vergnügen zu gewähren.und auch, um sich dadurch in gewisser Hinsicht der Stilmethode zu nähern, wie man sie in der hl. Schrift namentlich aus der Tatsache der ״Vorsänger“ (״Precentori“) beim jüdischen Volk erkennen kann.“ Daran knüpft M. einige zum Teil polemische Bemerkungen über die geistliche zeitgenössische Musik, über deren Technik, Harmonik etc., wobei er Pythagoras und Guido von Arezzo als Kronzeugen für seinen Stil zitiert. Er fährt dann fort: ״Man wird es nicht unpassend finden, daß1 hier einige Melodien und Intonationen von hohem Alter angeführt werden, die dem Ge« meindegesang der Juden angehören“, (gewöhnlich folgt ihnen ein darüber aufgebautes kunstvolles Musikstück). ״Wie jener beschaffen war und wie überhaupt die Psalmen von ihnen gesungen wurden, die ihrer Musik besonders eigentümlich sind, wird man im 2. und auch im 3. Bande ersehen.“ Im 1. Band des Werkes findet sich noch keine als solche bezeichnete jüdische .Weise; dem 2. Bande schickt Marcello folgendes Vorwort voran: 24 Die jüd. Melodien aus Marcellos Werk sind m. W. hier zum l.Male vollständig zitiert. Ein Teil, in fragwürdiger Transkription, findet sich in Bearbeitung von Joseph Singer im ״Kalender für Israeliten“, Wien 1900. Die deutschen Intonationen hat Idelsohn in d. 6. Bd. seines großen Werkes aufgenommen, leider ohne stilkritische Analyse.

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