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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1937-01-01 · Heft 5 · p. Seite 399

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
81 (1937)
Issue
Heft 5
Article
Die hebräischen Intonationen in B. Marcellos Estro poetico-armonico
Date
1937-01-01
Page
Seite 399 (sequence 7)
Language
German
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Die hebr. Intonationen in B. Marcellos Estro poetico*armonico 399 als Sproß einer der vornehmsten Familien Venedigs19 1686 geboren. Ursprünglich hieß seine Familie Capelio und nahm erst im 17. Jhdt. den Namen Marcello an. Ähnlich wie die berühmten Sippen der Cavalli, Contarini, Mocenigo usw., so tat sich auch seine Familie auf literarischem und musikalischem Gebiete hervor. Vor seinem 21. Jahre studiert er Rechts- und Verwaltungswissenschaften, daneben bei Gasparini und wahrscheinlich auch Lotti Komposition und Gesang. Mit 21 Jahren nimmt er bereits einen Platz im Rate der Vierzig ein, in der Folge ist er abwechselnd Advokat, Richter, Prokurator, Politiker. 1730 wurde er zum Staatsverweser und Gouverneur von Pola ernannt, 1738 bekleidete er das hohe Amt des Schatzmeisters von Brescia, das damals zur venezianischen Republik gehörte. Kurz darauf, 1739, ist er ebendort gestorben. Die Republik Venedig ehrte ihren Sohn in großzügiger Weise, indem sie ihre größte Musikakademie nach ihm benannte, ihm ferner im Pantheon der Stadt, dem Dogenpalast, eine Büste errichtete und Gedenktafeln für ihn setzen ließ. Schon zu seinen Lebzeiten überstieg sein Ruhm alle Begriffe und wohl auch sein wirkliches Verdienst. Nach seinem Tode trug die außerordentliche Bewertung seines Hauptwerkes, eben der 50 Psalmen, mit denen wir uns näher zu befassen haben werden, immer noch zur Erhöhung seines Ansehens bei, das endlich etwa um 1800 den höchsten Stand erreichte20. Im 19. Jhdt. sank allmählich seine Beliebtheit und heute kennt ihn wohl nur noch der Liebhaber der Kirchenmusik und natürlich der Musikwissenschaftler. Wie beliebt er dagegen auch als Instrumentalkomponist schon zu seinen Lebzeiten gewesen sein muß, erhellt aus der Tatsache, daß Joh. Seb. Bach, Marcellos Zeitgenosse, Werke von ihm bearbeitet hat. Marcello war in jeder Hinsicht ein Mann seiner Zeit: Kavalier, Patrizier, als Weltmann nicht ohne Abenteuerlust (mit einer zufällig kennengelernten Sängerin heimlich 19 Vgl. A. Prosnitz, Compendium, Bd. II, S. 130; ferner Dommer- Schering, Hdbuch. d. Mus.~Gesch. S. 443. 20 Noch Goethe ist in seiner ״Italienischen Reise“ über B. Marcello a. seine Psalmen, ja über deren hebr. Intonationen wohl informiert. Goethes Werbe, Bibliogr. Institut, Leipzig, (Korrespondenz März 1788), Bd. XV, S. 209.

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