Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 81 (1937)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Um Philons geschichtliche Stellung
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 363 (sequence 9)
- Language
- German
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Um Phiions geschichtliche Stellung 363 draschim der Gaonenzeit) hervorgegangen sind; und es verdient Beachtung im Sinne G.s, daß man neuerdings in der zu diesem Kreise gehörigen Damaskussekte ein Pieroma von 10 Hypostasen nachweisen zu können geglaubt hat12. Auch die Allegoristik als Mittel, die Bibel trotz Anerkennung ihres göttliehen Ursprungs ihrer Verbindlichkeit im Wortsinne zu entkleiden13, ist schwerlich nur in Alexandreia gepflegt worden; dafür spricht die Selbstverständlichkeit, mit der diese Methode in gewissen Urkunden des N. T. vorausgesetzt wird. Daß die Kunst auf eschatologische Lehren anspielte, die das offizielle Judentum meist nur esoterisch weitergab, hat R. Wischnitzer (o. Jg. 1936, 377 ff.) gezeigt; weitere Veröffentlichungen in gleicher Richtung stellt Z. Ameisen brieflich in Aussicht. Solche Spuren einer Denkweise, die im allgemeinen literarisches Hervortreten vermied, können gar nicht sorgfältig genug beachtet werden. — Unter völlig anderen Gesichtspunkten erscheint Philon in der Gesamtdarstellung von Edmund Stein:פילוןr דד. מנחם שטיין האלכסנדרוני. הסופר וספריו ומשנתו הפילוסופית. ורשה, שטיבל, תרצ״ו 309 ע׳., Nach einer einleitenden Übersicht über Phiions Vorgänger widmet Stein den ersten Teil Phiions Leben, Schriften, Methode, — den zweiten seiner philosophischen Lehre: Metaphysik, Ethik, Religion; ein Ausblick auf die Nachwirkung ist angefügt. Bedauerlicherweise fehlt ein Register! St. ist sich natürlich darüber klar, daß das hebräische Sprachgewand, das er wählt, auch für den Inhalt besondere Anforderungen vorschreibt. Ein des Hebräischen kundiger Leserkreis bringt andere Vorkenntnisse mit und stellt andere Fragen als derjenige Boussets, Brehiers und auch N. Bentwichs. Vielleicht hängt es mit dieser Rücksicht auf den Leser zusammen, daß St. die Erkenntnislehre Phiions zwar heranzieht, ihr aber einen selbständigen Hauptteil neben Metaphysik und Ethik nicht widmet. Und doch hätte sich von hier 12 Eisler in: Occident and Orient, Gaster Anniv. Vol. 141 (der frei« lieh das Sefer Jezira nicht hätte in diesem Zusammenhang nennen sollen). 13 Andeutungen über den Unterschied zwischen dieser und der rabbi« nischen Allegoristik bei1 Heinemann, Altjüd. Allegoristik 83 f.