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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1937-01-01 · Heft 4 · p. Seite 361

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
81 (1937)
Issue
Heft 4
Article
Um Philons geschichtliche Stellung
Date
1937-01-01
Page
Seite 361 (sequence 7)
Language
German
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Um Phiions geschichtliche Stellung 361 bei Philon selbst. Zu dem Gedanken, daß wir nur durch eigenes Licht das verwandte göttliche Licht erkennen, haben sich von Empedokles bis über Goethe hinaus7 Männer bekannt, die im strengen Sinn den Mystikern nicht zuzurechnen sind; ein System, wie es G. zeichnet, läßt sich erst nachträglich aus Phiions Worten bereiten, ohne jeden Anhalt dafür, daß ihm z. B. die Unterscheidung von Arons- und Mosesmysterien vorgeschwebt hat, und unter Weglassung der ebensogut ״mystisehen66 Stellen, an denen Philon von ekstatischen Erlebnissen und fJL£T£cupo7roMv (Mitschwingen mit den göttlichen Gestirnen) redet. Daß die Patriarchen (also die ״Kräfte66) als ״Heilande65 und Führer zum Mysterium aufzufassen sind, kann G. 136; 145 behaupten, aber nicht belegen. Aber mit diesen Abstrichen ist natürlich nur die besondere Form bestritten, die G. der jüdischen Mystik zuschreibt. Es bleibt G. das Yerdienst, den mystischen Einschlag im jüdischen Hellenismus eingehender, als seither geschehen, verdeutlicht zu haben. Philon steht den Pythagoreern näher, der nüchternen Altstoa ferner, als man gemeinhin urteilte8; hinter ihm tauchen Allegoristen auf, denen die Lehre von den Mittelwesen nicht nur zur Überbrückung des Abstandes von Gott und Welt diente (wie noch nach dem sofort zu besprechenden Buch von Stein), sondern auch erkenntnistheoretische Bedeutung zu besitzen schien, da die Unvollkommenen nur sie erfassen können (namentlich 250 f.), so daß diese Lehre katagogischen und anagogischen Sinn hatte, wie bei Plotin. Eine 7 Heinemann, Pos. :m-et. Sehr. I 71, 2 mit Lit.״Ang.; dazu Reinh a r d t, Poseidonios; Kosmos und Sympathie Reg. unter Symphyie; für das christliche Mittelalter Schneider in: Festschr. Baumker 65 ff.; für das jüdisch-islamische D. Kaufmann, Studien über Gabirol 54; S. H o r o - v i t z, Psychol. der jüd. Rel.-Phil. 134; 186. 8 Vgl. namentlich S. 58 (Logos), 60 (Dike), 122 (Pronoia), 138 (Materia״ lismus), 235. Ich selbst bin ״Phiions Bildung“ 550 ff. zur Anerkennung starken Einflusses, der Pythagoreer gelangt; s. auch die folgende Anm. Aber den Zusammenhang zwischen der Forderung naturgemäßen Lebens bei Stoikern und Philon hätte G. 117 nicht bestreiten sollen; ich halte auch da* ran fest, daß Poseidonios, der (auch nach Reinhardt) die Urreligion des Moses und allgemein die Frömmigkeit der orientalischen Priesterkönige gerühmt hat, den Weg vom stoischen Materialismus zur Volksfrömmigkeit geschlagen hatte.

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