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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1937-01-01 · Heft 4 · p. Seite 360

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
81 (1937)
Issue
Heft 4
Article
Um Philons geschichtliche Stellung
Date
1937-01-01
Page
Seite 360 (sequence 6)
Language
German
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360 I. Heinemann auch außerhalb seiner) oft wiederkehrende Lehre, daß man gewisse Sätze nur Würdigen mitteilen soll6, steht natürlich keineswegs in Widerspruch mit dem Tadel Phiions (und der Weisheit Salomos 622 ff.; 71S) gegen die Mysterien im strengen Sinne des Wortes, welche die Mitteilung ihrer Lehren von äußeren Voraussetzungen, also der Teilnahme an gewissen Riten, abhängig machten. Ein solcher Tadel, wie ihn Philon (nach griechischem Vorbilde) ausspricht, müßte natürlich nicht nur griechische, sondern auch jüdische Mysterien-Organisationen treffen, wenn es solche gab; es ist daher mehr als unwahrscheinlich, daß Philon solche Organisationen gebilligt, geschweige ihnen angehört hat. Wenn er II 658 Mg. erklärt, man solle die wahren Mysterien, die zu Frömmigkeit und zu rechter Gottesverehrung leiten, nur solchen offenbaren, die den Glauben an den ״Einen, Seienden” hätten, durch die väterlichen Sitten und Gebräuche (also nicht besondere Riten!) an Leib und Seele gereinigt und so weit zuverlässig seien, daß sie nicht nach der Art frecher Jungen mit Heiligem Mißbrauch treiben, — so ist daraus keineswegs, wie es G. 123 und 261 ff., wenn auch zögernd, tut, das Vorhandensein einer Vereinigung mit bestimmtem Ritus zu folgern; noch weniger beweist die Erwähnung der mystischen Speise, die Jakob seinem Vater reicht, das Bestehen einer mystischen Mahlzeit; und wenn G. gar aus der Erzählung von der Übertragung des Geistes auf die 70 Ältesten auf eine Organisation der Nachfolger des Moses schließen will, so bezeichnet er diese Vermutung mit sehr gutem Grunde als eine ״vielleicht unbegründete Verallgemeinerung” (218). Ebensowenig wie den Glauben an eine feste mystische Organisation, kann ich G.s Neigung billigen, allenthalben das eine Mysterion des ״Lichtstroms” zu sehen, im Dionysosmysterion, wo Ausdrücke wie nupdanopoi: auf das Licht hinweisen sollen (19), bei Onatas, dessen niedere Götter mit den ״Kräften” bei Philon gleichgesetzt werden (21), und vor allem 6 Bekanntlich fordert auch das rabbinische Judentum höchste Behütsamkeit in der Mitteilung* der Lehren von den letzten Dingen. Über ahnliehe Anschauungen im Mittelalter und ihre Abhängigkeit von griechischen Denkern vgl. o. Jg. 1935, 114 ff.

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