Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 81 (1937)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die Aussprache der Begad-kefat in der Geschichte der hebräischen Sprache
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 350 (sequence 11)
- Language
- German
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350 H. Torczyner eintritt. Und zu diesen Fällen gehören auch jene Beispiele, in denen, aus anderen Gründen, der Laut verdoppelt ist. So schien das Dagescli lene in diesen bestimmten Fällen auch die Verdopplung mit zu bezeichnen, und von solchen Fällen aus wurde es übertragen und in erweitertem Gebrauch auch in solche Buchstaben geseizt bei denen eine Funktion als Dagesdi lene nicht in Betracht kam. Und erst durch diese Entwicklung wurde die ursprüngliche Funktion des Dagesch als Dagesell qal in den Buchstaben Begad-kefat beeinträchtigt. Denn nun war es in diesen doppeldeutig geworden: Dagesch qal allein oder zugleich auch Verdopplungszeichen. In der Geschichte unserer Vokalisation hat freilich auch das Dagesch qal den Umfang der Begad-kefat überschritten, in dem es nach dem Zeugnis des Syrischen wie nach der geltenden Massora geherrscht hat. Bisweilen fühlte man, daß auch andere Laute, wie z. B. das ד, verschieden gesprochen wurden, und benützte das Dagesch zu ähnlicher Bezeichnung. Auch die römische Schreibung des griechischen r als rh zeigt, daß man dieses im Lateinischen als aspiriert, das eigene r ihm gegenüber als ״dageschiert“ empfunden hat. Auch für das Mappiq zeigt unser geltendes Vokalisationssystem das Zeichen des Dagesdi. Aber daß es sich hier nicht um den ursprüngliehen Gebrauch des Dagesdi handelt, ist der grammatischen Tradition noch klar bewußt. Andere Verwendungsarten des Dagesch mögen weder mit Dagesch forte noch mit Dagesch lene ursprünglidi etwas zu tun haben. So sieht z. B. auch Bergsträsser (§ 10, p in der Note) nach Graetz und anderen, daß das Dagesch conjunctivum ״ursprünglich mit Dagesch garnichts zu tun hat“, da es ja auch ״babylonisch in den wenigen Fällen, in denen das Dagesch conjunctivum überhaupt bezeichnet ist, . .. zwischen den Wörtern und palästinisch bisweilen im auslautenden Buchstaben des ersten Wortes steht“. Dieser Punkt zwischen Wörtern, die man sonst leicht zusammen lesen würde, mag vielleicht auf den Punkt als Worttrenner zurückgehen, der z. B. auch in den althebräischen Inschriften zwischen den Wörtern steht und ebenso noch in den Handschriften der Samaritaner verwendet wird.