Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 81 (1937)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die Aussprache der Begad-kefat in der Geschichte der hebräischen Sprache
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 349 (sequence 10)
- Language
- German
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Die Aussprache der Begad-kefat i. d. Geschichte d. heb1\ Sprache 349 Aussprache, die zugleich die althebräische war, waren alle Begad-kefat unaspiriert. Und darum bezeichnet nicht wirklieh das Dagesdhzeichen die Veränderung der Aussprache, sondern umgekehrt das Zeichen des Rafe. Nachdem man einmal alle Begad-kefat unaspiriert, also dageschiert gesprochen hatte, kam ein phonetischer Wandel, der zur Aspirierung dieser Laute nach einem Vokal führte. Dergleichen ist in fielen anderen Sprachen der Fall, und so wird auch in verscliiedenen deutschen Dialekten das g nach Vokal bekanntlich als gh, ch, j gesprochen, vgl. eine Aussprache wie lejen, Könich, saghen für legen, König, sagen, etc. Bekanntlich zeigt auch die Schriftsprache bereits solche Veränderung z. B. der Endsilbe lig in lieh, von Mädgen in Mädchen etc. etc. Die Regeln dieser Veränderung sind sehr verschieden; aber gerade in der Verdopplung wie Egge, Flagge, flügge bleibt die harte Ausspräche gewöhnlich erhalten. Und dies aus dem phonetischen Grund, daß die intensivere Aussprache des Lautes in der Verdopplung den Laut vor Veränderung schützt. Und ganz ebenso ist es im Aramäischen und im Hebräisehen. Es fehlt jeder Grund zur Frage: Wie kann das Zeichen der Verdopplung, das Dagesch forte, zugleich als Dageschlene mit der Verdopplung auch die lautliche Veränderung des aspirierten Konsonanten in den unaspirierten im Gefolge haben? Umgekehrt liegt die Sache. Die unaspirierte Aussprache ist die Grundaussprache des Lautes, und die Verdopplung ist es, die den Laut in seiner ursprünglichen Form geschützt und vor der Aspiration bewahrt hat. Ja, noch genauer: Das Dagesch ist überhaupt als Dagesch qal allein entstanden9. Die Sache liegt ja nicht so, daß man von vornherein ein Zeichen gewählt und ihm eine doppelte Aufgabe übertragen hätte. Vielmehr haben erst die Grammatiker, die auf die Vokalisatoren folgten, erkannt, daß dasselbe Dagesch in verschiedenartigen Fällen steht. Von vornherein ist das Dagesch nur ein Zeichen für eine Aufgabe: Wie das Qussaja im Syrischen soll es allein die unaspirierte Ausspräche bezeichnen in jenen Fällen, wo eine Aspiration nicht 9 Im wesentlichen ergibt sich das auch aus Kahles Darstellung in Bauer-Leanders Hebräischer Grammatik.