Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 81 (1937)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die Aussprache der Begad-kefat in der Geschichte der hebräischen Sprache
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 343 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2829132-2830023-2830028-2840809--54861-2840845- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Origen 1× ep/1025440
OCR text
Die Aussprache der Begad-lcefat i. d. Geschichte d. hebr. Sprache 343 f, auch nach Konsonanten und im Wortanfang. Warum sollte es gerade in der Verdopplung des Konsonanten allein als p erscheinen? Aber auch bei anderen Konsonanten kennt das Schriftarabische nichts, was den! hebräischen Wechsel von aspirierter und nicht aspirierter Aussprache der Konsonanten entspräche. Und eben darum ist aus dem Arabischen nichts für die Gesetze dieses Wechsels im Hebräischen zu lernen2. Und es verlohnt sich zum Verständnis des Althebräischen, die Sachlage im Arabischen genauer festzuhalten: Das Arabische kennt keine zwiefache Aussprache der Buchstaben Begadkefat; aber die Behandlung der einzelnen Buchstaben in der arabischen Aussprache ist darum nicht in dem Sinne einheitlieh, daß etwa alle diese Konsonanten gleichmäßig aspiriert oder alle unaspiriert gesprochen würden. Vielmehr liegt die Sache so: תכדגב werden immer unaspiriert gesprochen: b g cl k t, entsprechend den hebräischen dageschierten Konsonanten ס — ת ,כ ,ד ג ,ב jedoch wird im Arabischen immer aspiriert (genauer spirantisch) gesprochen: f, nicht p. Und nun läßt sich zeigen, daß ein ähnlicher Zustand einmal auch in der hebräischen Aussprache bestanden hat. Dies ist jener Zustand, der sich in den Umschriften der Griechen und Römer aus der Zeit des zweiten Tempels und der Mischna spiegelt. Die Transkriptionen der Septuaginta, die Hexapla des Origenes und die Angaben des Hieronymus zeigen uns in Wirklichkeit, daß z.B. auch das hebräisches dieser Zeit immer aspiriert bleibt, auch wo es verdoppelt wird; denn griechische Um- Schriften wie Garccpeipoc für ספיר etc. geben, wie oben bemerkt, ein verdoppeltes ph wieder, und besonders bei Hieronymus wird in lateinischer Umschrift oft phph, dich geschrieben. Aber auch hier liegt die Ursache für die Erhaltung der Aspiration — auch in der Verdopplung — nicht etwa darin, daß diese Verdopplung nicht zugleich die Kraft hat, die Aussprache des Konsonanten zu verändern, sondern vielmehr, wie im Arabischen, in der Tatsache, daß es im Hebräischen jener Zeit ein unaspiriertes hebräisches p garnicht gab. In der hebräischen Aussprache, die sich in den Übertragungen der Griechen und 2 Auf diesen Punkt hat schon Zifroni a. a. O. richtig hingewiesen.