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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1937-01-01 · Heft 3 · p. Seite 284

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
81 (1937)
Issue
Heft 3
Article
Zur apokryphen Schrift "Gebet Joseph"
Date
1937-01-01
Page
Seite 284 (sequence 5)
Language
German
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284 Ednvund; Stein des GJ mit dem nadibiblisdaen Schrifttum, sowohl dem apokryphen als dem talmudischen, binzuweisen. Dadurch wird eine bessere Einsicht in Art und Wesen der Schrift gewonnen werden können. Jakob erzählt von sich, er habe die künftigen Schicksale der israelitischen Stämme auf den himmlischen Tafeln gelesen {äviyvcov yap iv r«%7* ־tXat?i toü odpavoo xtL); ein aus dem Buch Henoch gut bekanntes Bild. Wie hier Jakob sagt auch Henoch von sich: ״Ich weiß das Geheimnis, ich habe es auf den himmlischen Tafeln gelesen“ (103, 2)8. Mit dem Buch Henoch, und zugleich mit der talmudischen Literatur, zeigt GJ noch einen Berührungspunkt: ich meine die Lehre von der Präexistenz mancher frommer Personen. So ist Messias in der Bilderrede des Henochbuches c. 46—49 und IV Esra c. 12—14 als präexistent dargestellt. Hingegen weiß eine Baraitha von dem Namen des Messias zu erzählen, er hätte vor der Weltschöpfung bereits existiert9. Ebenso heißt es von Mose in Assumptio Mosis 1113: Dominus invenit me, qui ab initio orbis terrarum praeparatus sum, ut sim arbiter testamenti illius. In denselben Vorstellungskreis gehören auch die Aus- Sprüche im Midrasch von den Stammvätern, die vor der Welt- Schöpfung existiert haben10. Ohne uns auf die Erörterung des eigentlichen Sinnes und Bedeutung der Präexistenzlehre in der alt jüdischen Literatur einzulassen* 11, können wir be- 8 Darauf hat schon Norden, Agnostos Theos, 300 aufmerksam ge« macht. 9 Pesachim 54b, Nedarim 39b, Ber. rabba I, 4. Die Präexistenz des Namens auch bei Henoch 69, 26. Zur Identität des Wesens und d'es Namens bei Messias vgl. Bousset״ Gr essmann, Religion des Judentums 263, 1; mit Vorbehalt Klausner,6 ,298 הרעיון המשיחי בישרא ^־׳. Zur volkstümlichen Vorstellung vom Namen als Wesen überhaupt s. A. Dietrich, Mutter Erde 25. 34. 10 * ששה דברים קדמו לבריאת העולם * האבות Ber. r. I, 4. Siehe auch da״ selbst 8, 2. 11 Eine •klare Scheidung zwischen den Einflüssen der altbabylonischen Prästabilisation und der griechischen Ideenlehre wird sich kaum durch״ führen lassen. Grundlegend bleibt noch immer die Abhandlung von Harnack, Dogmenlehre I3, 755 f. (Beilage I: Zur Vorstellung von der Präexistenz). Sonst auch Porter, The preexistence of the Soul in the Book of Wisdom, Chicago 1908.

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